Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - Boe
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1707650
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1713432
eingeführt wurde. und sich der speziellen Freundschaft des letzte- 
ren erfreute. 
Bodmer beniitzte mit gcwissenhaftcm Eifer die ihm dargebotene 
Gelegenheit und bereicherte in jeder Beziehung das Gebiet seines 
künstlerischen Wissens, besonders in der so schwierigen lithogra- 
phisehen Technik, in welcher die Franzosen, obgleich Nliinchcn 
die VViege dieser jüngsten Tochter der Iiunst ist, am weitesten 
vorgeriickt sind.  
In Paris entstanden damals Amor und Psyche, ein imgcmein zar- 
tes Blatt nach Gerard; Le premier- baiil, nach Court; zwei Po- 
len, nach Cogniet, lYIonna Lisa, nach Leonardo da Viuci, und 
einige andere Blätter. 
Nach seiner Rückkehr in München lithographirte er verschiedene 
Darstellungen; neben andern ein schönes Crucifix nach J. Hauber 
und behielt die Blätter meist in eigenem Verlage, der bereits aus 
60 Platten besteht, deren Abdrücke in allen Gegenden Deutsch- 
land's verbreitet sind. 
In neuester Zeit lithographirte er den Abschied Honig Otto's 
von Griechenland nach Foltz. Dieses trelfliche Tableau, welches 
durch die Darstellung eines merltiviirdigcn Momentes historische 
Wichtigkeit erlangt hat, enthält die Portraite des allerhöchsten Ho- 
fes und des siimmtlichen Adels, alle von Bodmer nach dem Leben 
gezeichnet. Ein vorzügliches YVerlt, so wie das obige im grossen 
ormate, ist der Schweizer Grenadier nach IiirnerÄs schönem Ge- 
mälde, im Besitze des Grossherzogs von Baden, welcher dem liiinst- 
ler in einem eigenen Schreiben seine Zufriedenheit ausdriiclate und 
selben mit einem Brillantringe belohnte. 
Einer riihmlichen Erwähnung verdienen auch die Portraite der 
Fürstin von Thurn und Taxis, der Erzherzogin Sophie von Oc- 
sterreich, der lt. Prinzessin Marie von Bayern, der Erbgrossherzo- 
gin Mathilde von Hessen-Darmstadt und jenes von Iiöilig Otto 
von Griechenland, nach Stieler. 
Im Jahre 1834 besuchte Bodmer die Kaiserstadt Wien, wo er 
durch Verwendung Ihrer Kaiserlichen Hoheit, der Frau Erzher- 
zogin, die Erlaubniss erhielt, in der k. lt. Gallerie mehrere Bilder 
lithographiren zu dürfen, welche in einem projektirten Werke 
niichstens erscheinen werden. In dem bezeichneten Jahre entstand 
auch die Nachbildung von Foltz's schönem Bilde, welches den 
Bitter und sein Liebchen vorstellt, ein Blatt, das, so wie alle 
seine Erzeugnisse, des Iiiinstlers Meisterschaft beurkundet. Von 
besonderer Lieblichkeit ist die Nachbildung der zwei Iiinder des 
Lord Burghers, nach Lawrence, mit der Unterschrift: Nature. 
Eines seiner neuesten WVerke, welches im Laufe des Jahres 1335 
erscheinen wird, ist das Gegenstück zum Abschied liiinig Otto's, 
von Monten componirt. Es stellt die ganze k. Familie "vor, wie 
sie das Gemälde des an Ort und Stelle von P. lless aufgenomme- 
'nen Einzuges des Königs der Griechen in Nauplia betrachtet. 
Durch die Bewilligung der k. Regierung, ein lithographisches 
Iiunstinstitut in München zu begründen, und durch das von S. M. 
dem Könige ertheilte Privilegium, die Gemälde im prachtvollen 
neuen Königsbaue, in welchem der kunstsinnige Ludwig der mo- 
dernen Iiunst einen glänzenden Thron errichtete, in lithographir- 
ten Nachbildungen bekannt zu machen, wird in Kurzem ein Werk 
erscheinen , unter dem Titel: Sammlung der Werke alter und neuer 
Meister in allen Fächern der Kunst, Diesem grossartigen Unter- 
nehmen wird das liunstliebende Publikum die Darstellung des In- 
teressantesten, was die Lithographie zu leisten vermag, verdanken.
        

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