Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - Boe
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1707650
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1713283
Blondel , 
Franz. 
Blonde], 
Jakob 
Franz. 
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bogen des Thores Saint-Denis, eines der Meisterwerke des Zeit- 
alters Ludwigs des Grossen verdankt, war nicht Iiunstler von Pro- 
fession, sondern vom Hofe zu verschiedenen wichtigen Sendungen 
gebraucht, und auf seinen Reisen fand er die erste Anregung, die 
Ärchitektur zu studiren. Eine ausscrordentliche Gesandtschaftsreise 
an die Ottolnanische Pforte gab ihm Gelegenheit, Constantinopel 
zu sehen und selbst Aegypten zu besuchen, und nach seiner Bück- 
kehr wurde er für seine Dienste mit der Stelle eines Staatsrathes 
belohnt, und sah sich auch noch dadurch geehrt, dass man ihn 
für würdig hielt, den Dauphin in der Mathematik zu unterrichten; 
denn Blondel besass in dieser Wissenschaft tiefe Kenntnisse. 
Im Jahre 1665 fand er zuerst Gelegenheit, seine Iiunst als Archi- 
tekt zu erproben , nämlich durch den Bau der Charmante-Brücke bei 
Saintes. Im Jahre 1672 errichtete er den Triumphbogen am Ende der 
Strzuse St. Antoine, wo schon früher eine Pforte gestanden, die 
bei Gelegenheit eines siegreichen Einzuges Heinrich's II. errichtet 
wurde. Blondel vergrüsserte sie nur, schuf sie aber eben dadurch 
fast neu. Dieses Denkmal hätte erhalten werden sollen, allein 
Zeitumstiinde erheischten den Abbruch desselben, ein Schicksal, 
welches auch ein anderes Werk dieses Künstlers erfuhr, nämlich 
die Pforte St. Bernhard, welche 1792 abgetragen wurde. Dagegen 
ist aber noch die Triumphpforte Saint-Deilis als ein Werk des 
Buhmes unsers Künstlers, und als eines der schönsten in Paris er- 
halten. Man hat es vor einigen Jahren sorgfältig restaurirt und 
in seiner Reinheit wieder dargestellt. 
Blondel war Professor und Direktor der Akademie der Architek- 
tur, die 1671 gegründet wurde: In dieser Eigenschaft gab er Vor- 
lesungen über seine Iiunst, die in einem Werke: Cours d'archi- 
tecture, vereiniget sind, das 1675 zuerst erschien, und noch ge- 
schätzt wird. Er gab indessen noch viele andere VVerke heraus, 
wie: Comparaison de Pindar et Horace; Notes sur Parehitecture de 
Savot; Pllistoire du Calendrier romain; l'Art de jeter les bombes; 
Nouvelle xnaniere de fortiiier les places. Die beiden letzteren 
Werke erwarben dem Verfasser den Bang eines Feldmarschalls. 
Man hat von Blondel auch den Plan, Aufriss und Durchschnitt 
des Louvre, vier grosse Stücke, jedes von zwei Blättern, und den 
Plan der Stadt Paris, den er auf ziviilf grossen Platten in Kupfer 
stechen liess. 
BlOIKIßl, Jilldül) Franz, ein treiflicher Architekt, geb. zu Bauen 
1705, gest. 1774. Dieser liiinstler gehört zu den geschicktesten Ar- 
chitekten seines Vaterlandes, und erwarb sich besonders Ruhm als 
Theoretiker, ohne jedoch in der Ausübung seiner Iiunst zurückge- 
blieben zu seyn. Er erbaute 1764 die schöne Abtei St. Ludwig zu 
Metz, und ordnete in derselben Stadt einen schönen Platz nebst 
der Strasse, welche in gerader Richtung zur Cathedrale führt. Von 
ihm ist auch das prächtige Stadthaus erbaut und andere Gebäude 
in Metz, wie die Facade des Parlamenthauses und der bischöfliche 
Pallast. Im Jahre 1708 leitete er in Strassburg den Bau der Caser- 
nen und des Amphitheaters, baute das Senatsgebiiude u. a. AIICh 
zu Cambrai übte er seine Iiiunst, besonders durch den Bau der bi- 
schöflichen Villa Chäteau-Caxnbresis. Selbst in Deutschland errich- 
tete er Villen und Palltiste.  
Blondel gründete zu Paris in seinem Hause eine öffentliche Schule 
der Architektur, und bildete in derselben zahlreiche Schüler. Spä- 
ter kam sie unter königlichen Schutz, und der Iiünstler erhielt die 
 Stelle eines Professors der Akademie, so wie schon früher den Ti-
        

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