Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - Boe
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1707650
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1713059
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Blnetlnu r, 
Samuel, 
Blaettner, 
Johann 
Samuel. 
im Merseburgischen geboren, wurde aber am Hofe des Chur-Fürsten 
Georg II. zu Sachsen als Page (erzogen, und besuchte dann die 
Universität NVittenberg. Verdrüsslichc Händel zwangen ihn aus 
dem Vaterlande zu (liehen, wobei er zugleich seinen Namen von 
Blattner in Blättncr verwandelte. Er fand in Schweden bei einem 
Maler Aufnahme, dem er als Farbenrciber diente, wobei seine 
Neigung zur liunst erwachte, in welcher ihm sein Retter auch Leh- 
rer und Führer wurde. Endlich durfte er wieder ins Vaterland zu- 
rückkehren, und bekam die Stelle eines Hauptmanns bei der Säch- 
sisch-Gothaischen Landmilitz, trieb aber die Iiunst nebenbei noch 
immer, und starb 1674. 
Blaettner, Samuel, des obigen Sohn, wurde um 167i geboren, und 
von seinem Vater in der Kunst unterrichtet. Fried. August I. schickte 
ihn 1693 nach Rum, wo er beim Concurse die goldene Medaille 
und den Namen des vortrefflichen Sachsen erhielt. Nach einem 
Jahre kehrte er wieder nach Sachsen zurück, wo ihn der Honig 
von Polen zum Hofnialer ernannte. 
Dieser Künstler war geschickt im historischen Fache, wie sein 
Gemälde mit Joseph, der sich den Brüdern zu erkennen gibt, be- 
weiset. Dieses Bild wurde auf der llathsbibliothek zu Leipzig auf- 
gestelll- Er starb 1705 in der Blüthe der Jahre. 
Blaettner, dßllanll Samuel, Sohn des obigen, wurde 17h6 gebe"- 
rcn, und von seiner Neigung zur Bildhauerei gezogen. Er erhielt 
die Stelle eines Holhildhauers imFürstcnthume Blankenburg, denn er 
war ein geschickter Künstler, wie einige treliliehe Epitaphien be- 
weisen, welche auf dem Kirchhof zu Altenburg gestanden. Sein 
Todesjahr ist unbekannt. 
Blaßttnßr, 331111191; Bruder des obigen Bildhauers, wurde 170d ge- 
boren, und widmete sich, wie sein Vater gleiches Namens, mit Ei- 
fer der Malerei. Er bildete sich in der Schweiz unter dem be- 
rühmten Maler Diilker, und studirte hierauf einige Jahre auf der 
Akademie der bildenden Künste zu Dresden. In spätem Jahren 
wurde er Sächsisch-Gothaischei- und Altenbnrgischer Hofmaler. 
Sein Lieblingsfach war das Historische der Malerei, und auch 
im Gebiete der Architektur war er sehr erfahren, überall ein er- 
findungsreicher Iiünstler. Er starb 1702, und hinterliess mehrere 
Kinder, von denen die beiden folgenden Maler wurden. 
Blaettner, Johann Samuel, Maler, und Sohn des obigen, wurde 
1751 geboren, und von Meil und Martini in der Iiunst unterrich- 
tet. Er malte schon in seinem 15. Jahre lobenswerthe Portraite in 
Miniatur, und später tuschte er kleine Landschaften auf feine liar- 
tenblätter. Die Prinzessin von Curland malte er eilfmal in Minia- 
tur, schlug es aber aus, ihr nach Curland zu folgen, weil ihm seine 
weitere Ausbildung zu sehr am Herzen lag. Er studirte jetzt auf 
der Akademie der Künste zu Leipzig, und fing an, grosse Portraite 
in Oel zu malen; bald aber wählte er die Mythologie und die Ge- 
schichte zum Lieblingsstutlium, und erlangte hierin grosse Iiunst- 
fertigkeit. Nach seiner Rückkehr arbeitete er in Gesellschaft sei- 
ncs Vaters, und malte mehrere Stücke in Oel- und Gummifarben 
für die Sammlung des Kanzlers Ptüxleben, die nach dem Tode des- 
selben zerstreut vcurde. 
lilaettner arbeitete auch einige Jahre in Berlin mit vielem Bei- 
falle, hesonder fiir das k. Lustschloss Charlottenburg. Andere sei- 
uer XVcrlie sind in Altenburg, wohin er in späterer Zeit wieder
        

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