Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - Boe
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1707650
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1712225
B erglß? , 
Joseph. 
435 
sabeth, auf dem Maria-Hillfsberge und eine Pieta ebendaselbst. 
Auch zu lieicherslacrg im Innviertel und in der Pfarrliirche zuWeg- 
scheid sind ein Paar von Bergleßs Jugeuclarbeiten. 
In "diesen Werken zeigen sich schon Spuren eines grossen Ta- 
lentes und von Genialität, und dieses bewog den liunstlißbentlen 
Cardinal -Bischof und Fürsten Firmian von Passau den jungen 
Künstler 1776 mit einer Pension nach Italien zu schicken.  
Auf seiner Reise dahin war Mailand seine erste Bestimmung, wo 
ihn ein Empfehlungsschreiben des Fiirsten in das Haus des Minis- 
ters Grafen Carl Firmian, des Bruders seines Miicenaten, und in 
die Schule des berühmten Martin Iinuller fiihrte. Hier fing nun 
Bergler am, mit allem möglichem Eifer nach der Natur und nach 
Antiken zu zeichnen , und Meisterwerke grosser Künstler mit dem 
gewissenhaftesten Fleisse zu copiren. Die gelungenste dieser Co- 
Yien, eine wunderschöne heil. Familie nach Rafael, verehrte der 
iiinstler seinem hohen Gönner nach Passau. Dieses Bild erhielt 
Marschal Soult bei seinem Abzug von Passau. Das Original befin- 
det sich in der k. h. Gallerie im Belvedere zu Wien]. VViihrend 
seiner fünfjährigen Anwesenheit in Mailand hatte Bergler auch öf- 
ter Gelegenheit in Iinollefs Gesellschaft sehr vieles Ausgezeichnete 
al fresco zu malen. Im Jahre 1781 ging er von Mailand nach Ruin, 
um jedoch auch die Iiunstreichthiimer in Parma, Bologna und. 1310- 
renz mit der xiiithigen Musse bewundern zu können, blieber in 
jeder dieser Städte längere Zeit und zeichnete dort vieles zu seinen 
Studien. In Rom wurde der berühmte CavaliereMaron seinLehrcr. 
Zugleich genoss. er den belehrcnden Umgang der zu jener Zeit 
in Rqn befindlichen ausgezeichneten Iiiinstler und Professoren. Zu 
den berühmtesten gehörten Nlengs, Davids, Ilaekert, der Bitter 
Hamilton, Angelica Kaufmann, Trippel, Ünterherger, Woutky 
und Canova. Als Mitschüler und Bekannte lebten gleichzeitig mit 
 Bergler in Rom: Beker aus Carlsruhe, Biermaun aus Basel, Bütt- 
ner in Cassel, Fried. Biiry aus Hanau, Busch aus Mecklenburg 
und der geniale Cauzig aus Görtz, Fiiger und Zauner, Camucciui, 
Koch, Landi, Mechau, Morgheu, Peters, Schöpf, Schiitz, Tisch- 
bein, Volpatu , Wächter u. a. m. Auf Marons liath begann Berg- 
ler seine Studien mit Abzeichnung der grosseu herrlichen Frescoge- 
mälde Zainpierfs," welcher Meister nebst N. Poussin und Raphael 
seinem Gemiith am meisten zusagte. Die Copirung der Meister- 
werke BalaePs in den Stanzen und Logen des Vatilians war seine 
Ilaupt- und Lieblingsbeschäftigung. Auch die reichen Gemäldetgallerien 
Roms lieferten ihm so manches herrliche Original, mit dessen Geist er 
durch die fleissigste Nachbildung vertraut-zu werden suchte". InderZwi- 
schenzeit verfertigte er in der Akademie des Capitols eine grbsse 
Menge verschiedener Zeichnungen nach der Natur, nachdem Mu- 
dcll, nach Antiken, Architekturstiicken, Arabesken u. s. w. Nach 
einem dreijährigen Aufenthalte in Rom wagte er es bei der Preis. 
Aufgabe der Alsaclemie zu Partna im Jahre 178i als Kämpfer um den 
chi-enden Preis in die "Schranken zu treten. Die Aufgabe war Sun-- 
sun als Gefangener der Philister in dem lWoment seines Erwaehens 
auf 'Dalila's Zuruf, wie er sich vorrFeinden umringt sieht und ver- 
geblich die Fesseln zu. zerreissen bemüht. Der gedruckte Bericht, 
welcher bei Gelegenheit der Preissvertheilune; der k. Akademie" der 
schönen liiinste in Parrna erschien, spricht sich über diesen ersten 
 Berglerüs auf das Vortheilhaftesteiaus. 
Ullgßmßlliligeriihmt wurde die sehr gut durchdachte und wohlge- 
ordnete Erfindung der Figuren , und wenn die Gruppe" der Dahla 
und der Philister-Fürsten durch irgend einen leichtm Geienstand 
mit jener des gefesselten Simsun nur etwas mehr in Ver indung 
'23 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.