Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - Boe
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1707650
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1712171
430 Berghe, 
Augustin 
 Berghem (Berchem), 
Nicolaus . 
fortzusetzen. Zwei Jahre darauf wurde ihm der Preis der Zeich- 
nungskunst zu Theil und 1796 concurrirte er mit seinem Curiolan 
um den grossen Preis der Malerei. Im Jahre 1791 kehrte er nach 
Flandern zurück und fertigte dort mehrere Gemälde, von denen 
St. Anton von Padua in der Frauenliirche zu Brügge zu sehen ist. 
Dieser Iiiinstler malt indessen auch Landschaften. 
Er lebte 1825 noch zu Beauvais, wn er 1796 Professur an der 
Centralschule des Departement Oise wurde, die jedoch nach eini- 
gen Jahren wieder aufhörte, vvessvve en van der Berghc einen Cur- 
sus der Zcichenkunst eröffnete. In dem bezeichneten Jahre erhielt 
der Künstler mit seinem Oediäus den ersten Preis des von der Aka- 
demie zu Gent angeordneten oncurses. Dieses Bild ist abgebildet 
in de Bast's annales du Salon de Gand 1825 S. 61. 
Bcrghe, Carl August van, Maler, geb. zu Beauvais 1198, bil- 
dete sich zu Paris unter Girodet und Gros und vervollhommnete 
sich zu Rom unter Guörilfs Leitung. Er malt elTektvolle Historien, 
(jeurestiicke und Portraite von schöner Ausführung. Dieser Iiiinst- 
ler; wahrscheinlich der Sohn des vorhergehenden, lebt in Paris. 
Berghem (Berchem) , NIROIQIIS, ein berühmter Maler und Iiu- 
pferätzer, geb. zu Harlem 1624, est. 1683. Er genoss den er- 
 sten Unterricht bei seinem Vater gieter Iilaasze, der auch Peter 
von Harlem genannt wurde, konnte aber unter der Leitung dieses 
mittelmässigen Künstlers, der leblose Gegenstände malte, nicht 
viel gewinnen, und erst in den Schulen des J. van Geyen, N. 
Moojaert, P. Grebber und J. B. Weenix bildete er sich zum Künst- 
ler. Aus dem Namen seines Vaters ersieht man, dass Berghem sich 
einen eigenen geschöpft habe, und man gibt verschiedene Ursachen 
dieser Veränderung an. Er soll anfangs Berchem enannt werden 
seyn, wie Houbracken und Winter behaupten, und lgescam sglaubt, 
van Haerlem sei Nikolaus rechter Zuname gewesen. iiatzt tritt 
man fast allgemein der Erzählung des Iiarl de Moor bei. 'Der 
junge Nikolaus soll nämlich zu der Zeit, alser sich in der Schule 
des Van Goyen befand, einmal von seinem Vater bis zum Hanse 
des Lehrers verfolgt werden seyn, indem ihn dieser wegen eines 
Ver ehens züchtigen wollte. Van Goyen, der diesen seinen Schü- 
ler liebte, hielt nicht nur den Vater zurück, sondern wendete sich 
auchzuseinen andern Schülern undriefihnen zu: „Ber hem," d. h. 
verbergt 1hn,_und von dieser Zeit an soll Nikolaus der Beinamen 
Berghem geblieben seyn. Weiter weiss man nichts mit Sicherheit 
aus des Künstlers Lebensgeschichte anzugeben, doch muss er die 
Zeit unter tüchtigen Studien hingebracht haben. Sein späteres Le- 
ben war nicht glücklich, denn seine geizige Frau quälte ihn be- 
ständig, und seine einzige Erholung fand er in der Freundschaft 
seiner Schüler, mit denen er, wie ein guter Vater mit seinen Söh- 
nen lebte. 
Berghem besass ungemeine Leichtigkeit zu arbeiten, S0 ÖMS er 
oft singend die schönsten Werke verfertigte. Seine Färbung hat 
eine_ü erraschende Kraft, und sein Halbdunkel scheint vom Son- 
nenlxchte gebildet zu seyn. In seinen Landschaften pflegte er oft 
Gemäuer und mauerähnliche Gebirge anzubringen, die ihm zum 
Contrapost in den Gemälden dienen mussten. Der Pinselstrich ist 
bei ihm sehr fett und verständig geführt. 
Er war besonders glücklich in Landschaften mit Thieren und 
Hirtenstiicken. Diese sind mit Geschmack geordnet, und die Fi- 
guren mit der diesem Meister eigenen Correlstheit gezeichnet. Seine 
hiere weiden bald an Flüssen, bald gehen sie mit dem llirten
        

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