Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - Boe
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1707650
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1712060
Bvnvcnuli, 
Pietru. 
419 
zu Anfang des jetzigen Jahrhunderts plötzlich Aufsehen, er wurde 
in einer Abhandlung des damaligen Gallerie-Direkttirs Puccini: 
Dello stato delle belle arLi in 'I'oseana, ausserorilentlich gelobt, 
und seitdem ist des Iliilunens von ihm kein Ende gewesen" 
BenvenutPs erstes Gemälde, das dem Urheber einen Namen 
machte, stellt den heiligen Dunato vor, gegenwärtig zu Arezzo. 
Zu seinen besten Arbeiten zählte man um diese Zeit zu Ilom die 
(lelphische Sybille, sitzend in Lebensgrösse. Man rühmte damals 
die Zeichnung des Nackten, das Geschmackvolle des Faltenwurfes, 
die Stellung und die Bezeichnung des charakteristischen Ausdruckes 
als äusserst glelungcn, und hielt das Gemälde überhaupt für eines 
der besten, ie seit Jahren in Rom gesehen wurden. 
Eines seiner letzten Werke in llum ist die Judith mit dem llaupte 
des Hulufernes, wie sie selbes dem Volke vun Bethulia zeigt, ge- 
stochen von llicciani. Dieses grosse Bild machte er dem Dome 
seiner Vaterstadt zum Geschenke. Die Colnposition ist reich, und 
zeigt neben vielen Verdienstcn auch die l-Iauptgebrechexl der neue- 
sten französischen Schule, aus deren Geist das Ganze hervorgegan- 
gen. ist. Es ist ein Dlleisterstiick der Schule, ein wahres Schau- 
und Prachtstück, aber es lässt den Beschauer kalt. Eines der be- 
kanntesten Gemälde dieses Iiiinstlers ist der Tod des Priamus, ein 
russes Bild, im Besitze des Iiirsten Corsini und gestochen von 
flicciani. Pyrrhus schleppt im Mittelgrunde den zitternden Iiönig 
zu dem Altare hin, an dessen Fiissen der Leichnam seines Sohnes 
liegt; von den Töchtern umklammert stiirzt Iiecuba herbei, wäh- 
rend auf der andern Seite die Priester entsetzt fliehen und im Hin- 
tergrunde die in die Iionigsburg eingedrungenen Griechen ihre 
Gegner überwältigen. Man sucht hier vergebens nach Einfachheit, 
nach Natur, nach Wahrheit; die meisten Gestalten tragen nicht den 
Ausdruck menschlicher Leidenschaft, sondern den einer theatralisch 
übertriebenen Mimik. Die Stellung des Pyrrhus ist die forcirteste 
eines Operntänzers. Ueberdiess entbehrt dieses Bild des Reliefes, 
wie denn überhaupt mehrere Bilder BenvcnutPs nur Zeichnungen 
zu seyn scheinen, so wie er sie in den Cartons darstellte, und die 
Farbe ist ihm in diesen Nebensache. Weniger haben diesen Fehler 
sein Donato und die Juditln 
Später malte er einen Apollo, der, wie mehrere seiner Figuren, 
sich zu sehr dem Statuarischen nähert. Er wollte ihm eine iiber- 
natürliche Schönheit geben, und selbst die Carnation sollte über- 
menschlieh seyn; 
Fiir eines der schönsten Gemälde Pietrtfs hältman den Samaritan 
im Hause Riccardi, den Orlofl: Hist. della peinture en Italic II. 11.35, 
ein Meisterstiick der Kunst nennt. In diese Reihe gehört auch 
der Schwur der Sachsen nach der Schlacht bei Jena, ein Bild, das 
Benvenuti fiir Napuleon ausfiihrte, welches sich aber gegenwärtig 
im Hanse Mozzi befindet. Unter den Fieuren sind viele Portraite 
von G-eneralen und von Personen aus dem Grefol e des Kaisers, 
alle von grosser Aehnlichkeit. Hier war der Künstler gezwungen, 
die Natur zu studiren und nicht zu idealisireu. 
Im Jahre 1822 malte er den Ugolino für den Grafen Gherardesca, 
ein Bild, das viele Schönheiten, aber auch viele Fehler hat. Eine 
Beschreibung desselben ist in der Antulogia di Firenlß, im Nl" 
vcmberhefte 1322.    
Bcnvenuti verfertigte iilaerdiess noch viele andere Werke in Qfäl, 
sowohl Stalfeleigemiilde als Altarbilder, die in verschiedenen Iur- 
chen Toscana's sich befinden. Berühmt ist der Tod des heil. Peter 
Chrysolxigus, ein Bild mit lcbensgrossen Figuren, das in llcinheit 
der Zeichnung, in der Lebhaftigkeit der Farben uml im treffenden 
t  K?
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.