Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - Boe
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1707650
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1711825
Bellotti , 
Bellotti , 
Pietro. 
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sten italienische Gegenden, im Geschinache seines Meisters. lii 
lloin zeichnete und nialte er die schönsten Aussichten dieser Stadt, 
llPSsglciclien von Verona, Brescia, lMailand und seiner Vaterstadt. 
Auch am sächsischen Hofe übte er seine Iiuiist in Darstellung der 
vornehmsten Gegenden um Dresden, die er auch in Kupfer ira- 
dirtc. Er wurde dort 176]; Mitglied der neu errichteten Äliilklemiß- 
Wenn man alle Geniiildc dieses Meisters ini Besitze des Königs 
Von Sachsen zusaniinenstellt, so machen sie eine reichhaltige Gal- 
lerie ausi. Eine richtige Perspective, die Schönheit der Liifttiiitt-n, 
die liraft der Beleuchtung, durch welche man Sonnenschein zu 
schon glaubt, zeichnen seine Gemälde aus , Welche sehr lliichtig ge- 
malt uiid nur hinsichtlich der Schatten, die bisweilen undurchsich- 
tig scheinen, nicht imincr zu loben sind. Es ist wahrscheinlich, 
dass die Cainera obscura ihn zu dunklen Schatten verführte; doch 
hat er auch diesen Fehler oft glücklich vermiedend Selbst gleich- 
gültige Gegenstände belsoinincn durch seine Darstellung eine ulier- 
rascliende, reizende VVahrheit. Die Ansichten von Venedig und 
Verona, die er malte, sind in den Schatten lslarer, als die von 
Dresden. Oft malte er auch Ansichten des malerisch gelegenen 
Städtchens Pirna, welche ihm, so wie die italienischen, in der Be- 
leuchtung vorzüglich gelangen, wahrscheinlich, weil er die (Lamm-a 
obscura dabei nicht zu kliille nahm. Drei dieser Ansichten lJOillP 
den sich neben einigen von Venedig und Rom, in der Eremitage 
zu St. Petersburg. 
Uebrigens malte Canaletto nicht blos in Deutschland fiir den 
Iiiinig von Sachsen, sondern auch fiir den Churfiirstcn von Bayern, 
die schönsten Aussichten von Nymphenliurg, und eine Ansicht von 
IWIiinchen, die sich in der h] Gallei-ie befindet. Nach seinen Ge- 
mälden stach Jungwirtlf 1766, 20 Prospekte.  
Auch in England erwarb sich Bellotti ungemeincn Beifall. Er 
luun dahin auf Anratheu seines Freundes itmiguiii. Nach NVuipule, 
der von ihm eine meisterhafte YiCrSpßlilIlVlSCllG Ansicht des innci-n 
von Iiings-College-Chapel besass, blieb er zwei Jahre in London, 
und gewai-in grosse Suiniuen. In Queens-Ilouse befinden sich von 
seiner Hand viele grosse Stücke, die selbst seine bekannten An- 
sichten von Venedig übertreffen sollen, Er hatte sie für den brit- 
tischen Consul Smith zu Venedig gemalt, der ihn mehrere Jahre 
liiirglich dafiir bezahlte, und sie theuer in England verkaufte. Seine 
Ansicht von Somerset-Gardens ist auch durch einen scliöllcll 
Iiupfei-stich bekannt.  
Bellotti ist ebenfalls als Iiupferstccher zu bewundern. 59m6 "Nü-  
del ist leicht, angenehm und geschmackvoll. Vorzüglich sind funf- 
zehn Ansichten von Dresden, in gr. qu. FnL, von denen einige 
selten geworden sind und theuer bezahlt werden, besonders die 
Ansicht der Frauenkirche und der alten lireuzliirche. In schönem 
malerischen Geschmaclie sind auch die sechs Aussichten von liö- 
nigsstein und Pirna, qu. F0l., und diejenigen von Warschau, W0- 
hin er sich etliche Jahre vor seinem Tode begab. Lanzi II. 259! 
die ifmmerlt. von Quandfs, Fiorillo V. 570. 
3311013111, PlßtrO, Maler von Bolzano, geb. 1025, gest. 1700- E? 
War ein Schüler von Ferrabosco, den er bald iibcrtraf, und malte 
Landschaften und Architektur, zeichnete sich aber besonders als 
CÜPISt alter Meisterwerke und im Portraitfache aus.  Yvegc" 50b 
T191" Ungemein {leissigen Vollendung schalten ihn einige trocken 
und kleinlich, jedes Haar einzeln nachpinselncl, obwohl Wahl"?! 
und Weiler Nachahmer der Natur. Boschini staunt ihn als ein 
Wund"? Im, Weil er mit solchem Fleiss auch die höchste Zartheit 
der 'l.'iiiten verneint, was andern nicht gielaiig.
        

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