Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - Boe
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1707650
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1711798
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Bellini , 
J (whzmn. 
schattig durch die lichtern Sonnenblieke am Horizont und erschien 
wieder hell gegen den dunklen YVald. Durch so meisterhaft ge" 
wählte Gegensätze war ein Zauber der Beleuchtung hervorgebrachlv 
der in dieser Hinsicht von keinem Gemälde, selbst der Nacht V0" 
Correggäio, nicht übertroffen wird. iVIan glaubt mit Grund, das! 
'l'itian c ie Landschaft zu diesem Bilde malte, da Bellini das Gerniildß 
nicht vollenden konnte. (v. Qunndt zum Lanzi II. 53 d. Ausg-l 
Lanzi erwähnt noch anderer verdienstvollcr Bilder: einer lYIadonnß 
im Dom zu Bergamt), einer Taufe Christi in S. Corena zu Yicenzß, 
eines auf dem Schoosse der Jungfrau zwischen zwei En eln schläP 
fanden Jesuskixidcs, das bei den Capuzinern in Venedig unlil in einem 
Schrein aufbewahrt wird und wirklich bezaubert. Zu Padua sah 
Lanzi in der Gallerie S. Giustixia eine Madonna vom Jahre 1516- 
In der Gallerie Manfrin zu Venedig ist Petrarezfs Bild mit seine? 
Lanra, ein herrliches Gemälde. In der Dresdner Gallerie ist das 
Gemälde des Heilandes, eine einzeln. stehende Figur voll einfacher 
Ruhe und Grösse, das stets zu den köstlichsten dieser Gallcric gw 
zählt worden ist, da der Besitz eines ächten Bellini jeder Galleriß 
zur wahren Ehre gereicht. Dieses Bild befand sich ursprünglich 
als Altargemäldc bei den Augustinern zu St. Stephan in Venedig- 
Unter diesem Bilde steht der Name: "Job. Bellinus" gross ge- 
schrieben; allcin l-Iirt (Bemerkunven auf einer Reise über YVitten- 
berg etc. 1850) hält doch das Bild für ein YVerlt des Conegliano. 
In der Dresdner Gallerie wird dem Bellini eine Verkündigung zu- 
geschrieben, die jedoch Ilirt dem And. Mantegna zueignet, so wie 
eine Darstellung im Tempel, die bald dem Coneglianu, bald dem 
Bellini, bald dem Marco Basaiti zugeschrieben wird. Es liisst sich 
für den Niuncn Bellini nichts anführen, als dass sein berühmter 
Schüler Tiziun in der Scnola della Caritzi eine ähnliche Composi- 
tion ausführte, wvesssvegen man dem iWleister das laleinere Vorbild 
zuschrieb. 
In der k. Gallerie zu München befindet sich eine Mutter Gottes 
mit dem Jesushimle; zur Seite: der heil. Johannes und der heil. 
Sebastian; in Schlcissheiixi zwei ähnliche Bilder, und in der Her- 
zoglich-LetichLcnbergkchcn Gallerie dasclbst die Beschneidung Chri- 
sti, in IEbClI5gL'lJ5SEll halben Figuren. In der Eremitage zu St. Pe- 
tersburg ist ein kleines Gemälde in halben Figuren: lYIaria mit 
dem Iiinde auf dem Tische, zur Seite Johannes und Petrus. Im 
Jahre 1825 crlxaufte der Cav. Arighi um 8009 Rubel ein anderes 
Bild für die k. russische Gallerie, das jenes weit übertrifft. Es ist 
ein Iiniestück auf Holz, doch jetzt? auf Leinewand übertragen: 
Hinter einem Tische, auf welchem das nackte Christuskind sitzt, 
stehen in gleichgehaltener Linie fünf Jungfrauen, hlaria und ihr 
zu beiden Seiten je zwei Heilige. Hier ist die zart aufgeiasste Le- 
bendigkeit, das Seelenvolle und Gemüthliche, was den einfachen 
Sinn der alten Iiünstler unmittelbar ergriff, zu einer himmlischen 
Reinheit und Frömmigkeit erhoben. Durch Anmuth und Lieblich- 
keit ragt Maria unter den übrigen hervor. Dem Iiimle gehricht 
es an höherem göttlichen Leben. Das Colorit hat Iiraft und Wär- 
me, aber auch Zartheit, und in der Wahl der Farben ist Harmonie. 
Auch in verschiedenen andern Gallerien findet sich noch man- 
ches köstliche Bild von Bellini, besonders heil. Familiexrnnd an- 
dere, welche den gestorbenen Erlöser vorstellen. Eine 'wnnder- 
schöne heil. Familie, Iiuiestüek in Lcbensgrösse, kam in die Gal- 
lerie des Lucian Bonaparte zu Rom. Das Bild ist auf hellem 
Grunde in heiterem Lichte gemalt. Zur Rechten des Bescbaners 
eine Heilige, liebevoll zum Iiinde gewandt, zur Linken Joseph. 
in der iVIiite die Nlutter mit dem Iiinde, das sich etwas gegen den
        

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