Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - Boe
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1707650
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1711588
Beham 
(Böheimä, 
Baelnn , 
Behcim) , Barthe]. 
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er nach Lectoure berufen, uni die Leitung der Zeichnungs-Aka- 
dexnie zu übernehmen. Er hält jetzt dort eine Malerschule, und 
lehrt die Perspective. Auch gibt er einen unentgeldlichen Cursus über 
Linearzeichmmg, nach Francoeufs Methode, zum Gebrauche der 
Ouvrier  Classe.  
Beham (Böheim, Baehm, Beheim), Barthel, Maler und 
Kupfer-Stecher, geh. zu Nürnberg 1502, nach andern schon 1496, 
Schüler des berühmten Albrecht Dürer's.  
Da sich Beham schon in des deutschen Meisters Schule 
als trelllicher Künstler zeigte, sowurde er zu seiner Vervollkomm- 
nung vom Herzog Albrecht IV. von Bayern nach Italien gesendet, 
wo er lauge Zeit in Bologna und Rom lebte. Marc-Anton wurde 
hier sein Lehrer, der die Trelflichlicit seines Schülers benützte, 
und vieles von ihm unter seinem Namen herausgab. Er besuchte 
zweimal Italien, das letzte Mal in Aufträgen des Herzogs Ludwig, 
sah aber jetzt sein deutsches Vaterland nicht wieder, denn-er starb 
 auf dieser Reise in der liratl: der Jahre, nach Doppelinayer 1540, 
im 38. Jahre, wahrscheinlich in Boni. 
In Behanfs Blättern that sich eine Ahnung jener Herrlichkeit der 
Iiunst und Natur auf, die jenseits der Alpen schuf und lebte. Um 
begreifen zu können, wie auf einmal durch ihn für die deutsche 
Schule ein neues Leben erwachte, sehe man nur die Zahl von Co- 
 ien, welche Bink und andere seiner Zeitgenossen nach seinen 
{Blättern machten. Man findet hier gelehrte , immer correkte Zeich- 
nung, die oft voll Grazie ist, Weichheit und bewunderungswiir- 
dige Feinheit des Stiches. Sandrart II. ßä; erhebt unsern Iiiinst- 
ler mit vorzüglichen: Lobe, nennt ihn aber irrig Böhm, denn sein 
Verwandter Hans Sebald schreibt sich Beham, nicht Böhm. 
Von gleicher Vortreßlichkeit wie die Kupfers-tiche sind auch Be- 
hanfs Gemälde. Sandrart zählt viele Portraite auf, dies sich einst 
in München befanden; es werden auch jetzt noch einige Bilder in 
den k. b. Sammlungen bewahrt: das Portrait Albert IV., Herzogs von 
Bayern in Lebensgrösse auf Holz; die Bildnisse Kaiser Karl des Gros- 
seu u.Wilh. V.; Curtius, wie er sich in den Abgrund stürzt, aufHolz; 
eine tretfliche Iireuzfindung durch die heil. Helena, und eine entseelte 
Frau, die mit dem Holze von dem heiL-Ijreuz berührt, aus dem To- 
dcsschlummer erweckt wird. Eine Iireuzerhöhung mit vielen Figu- 
ren befindet siclrvon Behanfs Hand in der k. k. Gallerie zu Wien- 
In, seinen Gemälden herrscht Einfalt und charakteristische _Be' 
zeiehnung des Ausdrucks, Feuer, richtige Zeichnung, naüilfllcllß 
Färbung und eine sehr fleissige, oft trockene Behandlung. 
Beham hat die wenigsten seiner Kupferstiche mit seinem Namen 
bezeichnet, daher kommt es, dass die Cataloge seiner VVerhe im- 
  mer sehr mangelhaft sind. Bartsch VIII. S. 84 Verzelchllßt 64, und 
Brulliot, dict. des monogr. I. N0. 787. nouv. edit., kennt noch ei- 
nen heil. Severin, ein Blatt, das Bartsch entging.  
Die vorziiglichsten Blätter dieses Meisters im Iiupferstiche sind: 
Kaiser Karl V.; H. 'Z Z. Q L., Br. 5 Z. H: 
Die ersten Abdrücke sind vor dem Zeichen des Künstlers. 
Kaiser Ferdinand 1.; H. 7 Z. 9 L.,Br. 5 Z.  
In ersten Abdriicken vor der Adresse des Van der Heyden- 
Das Bildniss des Leonhard von Eck; H. 5Z. 11 L., Br. ZZ- UL- 
Innersten Abdrucke hat er nur ein Häppchen auf, im zWßifßn 
noch eine flache Haube darüber.  
ßlßqßpalra. 1524; 11-2 z. 2 L., Br. 1 Z. 6L. 
Die ersten Abdrücke sind vor dem Namen Cl-eo atra u. derIahrzahl. 
 Triton und die Nereide; H. 7Z., Br. 1 Z. 7  Sehr schön. 
Juditb, 1525; H. 2 Z. 1 L., Br. l Z. 4 L.   
24 4'
        

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