Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - Boe
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1707650
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1711568
Bcgüs o 
Karl. 
B69 
Gesellschaft zu Bonn zu ihrem Ehrenmitgliede ernannt zu werden. 
Iin Jahre 1808 verliess Begas Bonn, um drei Jahre in Cüln zu ver- 
weilen, und 1812 fand er zu Paris im Atelier des berühmten Ma- 
lers Gros freundliche Aufnahme und tüchtigen Unterricht. Wäh- 
Ifcnd der Anwesenheit der Verbündeten in Paris ZUg.SCillC Copie 
der Madonna (lella Seggiula die Aufmerksamkeit des Iiünigs von 
Preussen auf den Künstler. Der Monarch kaufte das Bild, so wie 
später (1816) Hiob von seinen Freunden umgeben, ein Werk, 
welches dem Urheber eine Pension von 2000 Fr. erwarb. Im Jahre 
1818 hatte er seinen Christus am Oelberg im erhabenen Style vollen- 
det, für die Garnisons Jiirche zu Berlin und zu gleicher Zeit wurde 
er mit der Ausführung eines grüssern Oelgleniäldes für den Dom be- 
auftragt. Dieses ist die Ausgiessung des eiligen Geistes, ein Bild, 
das dem Künstler noch grüsseren Ruhm erwarb, und welches seit 
1321 im Dome zu Berlin pranget. 
Dieses vollendete Kunstwerk ist 10 Fuss hoch und 8 Fuss breit, 
und erfüllt jede Erwartung durch die unvergleichlich richtige Zeich- 
nung, die Wahrheit des Ausdruckes und durch die bis in das Einzel- 
ne gehende Sorgfalt der Ausführung. Ueber das ganze Bild ist ein 
harmonischer Farbenzauber verbreitet, selbst in den hellsten und 
gewagtesten Gegensätzen. Die Composition zeichnet sich durch 
Einfachheit und charakteristische Grösse aus. Es findet hier weder 
Ueberfüllung noch Armuth statt; die Vertlieilung der Massen hat 
nichts Erzvvun enes, nichts künstlich Geordnetes, sie ist ganz na- 
türlich, die Hältung der Gewänder ist weit und von kühnein Wur- 
fe. Die Färbung hält man im Allgemeinen zu ideal und die Fleisch- 
rxarthien sind mit mehr Gefühl als Wahrheit gemalt. Die kräftige 
altung gibt dem Ganzen ein iinPosantes ernstes Aussehen, das 
zur Verzierung eines Tempels vorzüglich passt. 
Die Ausgiessung des heil. Geistes erwarb dem Künstler aufs neue 
durch die Gnade des Königs eine dreijährige Pension zu einer 
Reise nach Italien, nach der hohen Schule, wo der grösste aller 
Künstler wirkte und lebte. Jetzt studirte er die Meisterwerke Roms, 
wodurch das Eigentliümliche der französischen Schule seinen über- 
wie enden Einfluss auf Composition und Ausführung verlor. Ein 
herigliches Bild in lebensgrossen Figuren, die Taufe Christi, zog 
in Rom allgemeine Aufmerksamkeit auf sich. Auch hier bewun- 
dert man die Corrcktheit der Zeichnung, die harmonische Ver- 
schmelzung der Farben, den sorgsameu Flciss und die Wahrheit der 
Ausführung. Dieses Bild befindet sich in der Garnisons-Iiirche zu 
Potsdam. Ein anderes grosses Altarblatt von 19 Fuss Höhe zeigt 
die Auferstehung Christi, in der neu erbauten Friedrichs VVerderü 
scheu Kirche, in welchem die oytische Täuschung zu einem hohen 
Grade gesteigert ist. Ein ausgezeichnetes Bildist auch seine Iireiizab- 
nahine, die sich iin Dome zu Berlin befindet, und 1354 ämdrere 
seine Bergpredigt und die Aussetzung lYIosis warmes Lob. Beson- 
derer Erwähnung, verdient auch eine Reihe von Darstellungen aus 
der Geschichte des Tobias, von denen eine durch Bergefs Stich 
bekannt ist. 
Begas ist auch im Portraite vorzüglich. Lebcnswiirme lllld.lll'lr 
591119109 Wahrheit, lebendige Charakteristik sprechen aus seinen 
in technischer Hinsicht sehr gelungenen Bildern. Vortrefflich ist 
das BildniSS Thurwaldsen's, das er 182d in Boni malte, und  
gleicher Vorzüglichkeit das des Königs in ganzer Gestalt. Fr te- 
T95 hat Amäler gestochen. Nicht miiiitler schön sind die Porlwilß 
der Prinzessin Albrecht von Preussaii und mehrere andere Weibliche 
Bildnisse. 
lYaglerÜi Künstler-Lax. I. Bd. 24
        

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