Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - Boe
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1707650
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1711553
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Begarelli , Anton. 
Begas , 
Karl. 
Bßgärellly. AUTOR, aus Modena, berühmter Bildner in Marmor und 
gebrannter Erde, geb. um 1498, gest. 1565. Er lernte wahrschein- 
ich die Kunst von Guido Mazzoni, war nicht selbst Maler, aber 
hatte Einfluss auf die Malerei, und von ilun will man griissteiltheilß 
 die Richtigkeit, die Rundung und die Kunst der Verkürzung ab- 
 geleitet wissen, wodurch sich dieser Theil der lllalerei in der Lom- 
bardei ausgezeichnet hat. Von Begarelli ist die berühmte Abneh- 
mung vom Kreuze in der Kirche der heil. Margaretha, die aus 
 vielen Figuren über Lebensgriisse, und ganz rund gearbeitet, be- 
steht. Drei von diesen Statuen soll der berühmte Correggio ver- 
fertiget haben. S. Allegri. Mehrere Schriftsteller behaupten auch, 
dass Correggio, als er die grusse Kuppel des Domes in Parmß 
malte, befürchtet habe, mit den entsetzlichen Wlerkürzungen, worin 
die Figuren von unten gesehen erscheinen sollten, nicht zu Stande 
kommen zu können, dass ihm daher Begarelli die anze Kuppel 
modellirt habe, durch welches Mittel sie alsdann voäkommen ge- 
lungen sei. Auch wird in Parlna erzählt, man habe bei Gelegen- 
heit eines feierlichen Leichenbegiingnisses auf dem Gewölbe der 
Kuppel viele Stücke von diesen lModellexl gefunden, die man für 
"eine Arbeit des Begarelli hielt. Demzufolge wird nun behauptet, 
 Correggiio habe bei xßegarelli die Plastik förmlich erlernt, und die 
drei erwähnten Statuen für seinen Meister verfertiget. Das Ganze 
beruht übrigens nur auf einer Ucberlieferixng. Man erzählt auch 
die Anekdote, dass lYIiehel Axigelo beim Anblicke jener Kreuzab- 
nehmung gesagt habe: „Se questa terra diventasse marmo, guai alle 
 statue antiche!  Wehe den alten Statuen, wenn dieser Thor: 
zu Marmor würde!" So schön die Werke auch sind, so würden 
sie" doch den Antiken auf keine Weise Eintrag thun. Uebri ens 
 soll Begarelli wenig in iYIai-inor zu arbeiten verstanden haben. 
Lanzi II. 275. Fiorillo II. 24T.  
Die VVerke dieses grossen Künstlers sind Fast alle zu Grunde ge- 
gangen, die! wenigen, die noch erhalten sind, sieht man in den 
tudj zu Modena und in der Akademie der schönen Künste zu 
Parma. In letzterer sind die vier grossen Statuen, welche im Dor- 
mitorium des Benedihtinerklosters standen. Im Studium zu lYIo- 
dena ist die Gruppe einer heihFamilie, eine Iirippe und einige 
Heiligen des Benediktinerordens. 
Begarelli war auch ein guter Zeichner, aber selten finden sich 
noch Zeichnungen von ihm. Peter Reste bcsass ein Meisterwverli 
dieser Art, einbPresepe mit zahlreichen Figuren. 
Begarßlll, Ludwig, Antonids Schüler und NetTe, arbeitete mit lei- 
eher Geschicklichkeit, so dass man ihre Arbeiten nicht unterscihei- 
den kann, die in so hohem Werthe stehen, dass diejenigen Stücke, 
welche sich in den Händen von Privatpersonen befinden, als Fi- 
deieommisse betrachtet und nicht verkauft werden dürfen. Ludwig 
starb vor seinem Oheim, .und diesen meintvielleicht Ticozzi, wenn 
er sagt, dass N. Begarelli um 154.0 gestorben sei.  
Bßgasp Karl; Historienmaler, Professor und Mitglied des Senats der 
Akademie der Künste zu Berlin, geb. zu Heinsberg bei Ciiln 1794, 
ein Künstler, der zu den berühmtesten unserer Zeit gehört. Voll 
seinen? Vater, der 1801 als Vicepriisident des Tribunals nach Cöln 
versetzt wurde, für die juristische Laufbahn bestimmt, besuchte er 
das Lyceum in Bonn und erhielt auch hier den ersten Unterricht 
in der Oelxnalerei bei dem lYIaler Philippart. Eine gelungene Co- 
pie des Itafuekschen Johannes der Düsseldorfer Gallerie verschaffte 
ihm die Auszeichnung in seinem 15. Jahre von der literarischen
        

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