Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - Boe
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1707650
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1711440
Becerra , 
Gaspar.  
Becerril, 
Alonso. 
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kommen eigen. Er war ein grosser Anatoxn, und zeichnete die ana- 
tomischen Iiguren für das VVerl-i des Dr. Valverda, welches 1554 Zll 
Rum erschien, und das in Spanien seit dieser Zeit den Malern, Bild- 
hauern und Chirurgen zum Studium diente. Er machte auch zwei 
anatomische Statuen, die in Gvpsahgiisscn alle Professoren besitzen. 
 Becerra verheirathete sich {556 zu Rom, und laehrte hierauf nach 
Saragossa zuriich. Der König Philipp ll. erkannte sein Verdienst 
und verwendete ihn im Alcazar und im Pardo, erwählte ihn auch 
1582 zum Hofbildhauer, und ein Jahr darauf zum h. Maler. 
Becerra malte im Audienzsaatle des k. Pallastcs zu Madrid und 
in der Galleric desselben. Nlit Bergamasco verzierte er einen Theil 
des k. Kahinets mit Frescen, Welche heitere Gegenstände aus der 
Mythologie darstellen zwischen vergoldeten Ornaincnten. Leider 
gin en diese Meisterwerke 17-35 dürch Brand zu Grunde. Im 
aräo ist noch seine Medusa und Andromeda und Perscus. Es ist 
hierzu bewundern, zu welcher "Volllionnnelihcit es Bec. in allen 
Theilen der Iiunst gebracht hatte, und es ist daher ein grosser 
Schaden für dieselbe, das der trelfliche Meister schon in seinem 
fünfzigsten Jahre starb. 
Unter seinen plastischen lVerken ist ein Basrelief in Alabaster 
zu rühmen, in einer Kapelle in St. Bernhard de la Seu zu Sara- 
gossa. In seinem Altare der Gathedrale zu Astorga und in jenem 
der Klosterkirche der Barliisser-Nonnen zu Madrid, sind Malerei, 
Bild- und Baukunst vereiniqct. In dem Kloster St. Geromino zu 
Zamora ist eine Statue (lesiGelireuzigten und ein Slielet im Klo- 
ster S. Francisco derselben Stadt. Das berühmteste VVerh der Bild- 
schnitzlaunst machte er auf Befehl der Iiiinigin Isabel de Valois. 
Es ist dieses das Bild U. L. F, de la Soledad. Er musste drei Bil- 
der nach einander schnitzen, weil die ersten beiden der Iiönigin 
 nicht gefielen. Ein Mönch, Antonio de Arcos, hat die Geschichte 
dieses Bildes geschrieben, die 1640 gedruckt wurde. 
Becerra ist als einer der ersten Wiederhcrsteller des guten Ge- 
schmackes in Spanien anzusehen. Er machte von allen seinen 
XVerlien nach italienischer Weise Gartens, welche die spanischen 
Maler in der Folge vernachlässigten, was den Verfall der Zeich- 
nung im nächsten Jahrhunderte mit sich führte. Er ühertrilft selbst 
Berruguete, und diente den griissten spanischen Malern zum Muster. 
Seine Zeichnungen sind sehr selten und geschätzt. Sie sind in 
rother oder schwarzer Kreide ausgeführt und mit iiusserster S0rg' 
 falt vollendet. Auch seine übrigen VVGPliO sind nicht häufig, 11ml 
desswegen kostbar. Fiorillo IV. 106. Quilliet u. a. 
BeCßITll, AIOIISO, berühmter spanischer Silberarheiter. In der Ca- 
thedrale von Cuenca sieht man viele kostbare Heliquarien, Kreuze 
und Candelabres, auch ein prächtiges Ostensoritlln, sännntlich von 
der Hand dieses Künstlers. Für das letzte Stück allein erhielt er 
eine Belohnung von 163555 Dukaten. Dieses liunstiverls wiegt 
1600 Mark und erregt Erstaunen, wenn man die zahlreichen klei- 
Den Statuen und Reliefs betrachtet, die mit dem bewunderuilgs- 
Wurdigsten Fleiss ausgearbeitet sind. Das Werk ist noch im go- 
thisehen Geschmack ausgeführt, aber dennoch gehört Becerril zu 
T1911 Künstlern, die sehr viel beitrugen, die Architektur wieder auf 
die einfachen Prinzipien der Alten zurückzuführen. 
Sein Bruder Francisco (gest. 1573) und dessen Sohn-Cristo- 
 Pßl (äfist- 1581)," waren gleichfalls achtungswiiirtlige liünstler in 
lllPelTl üßhe. Cristobal leistete seinem Vater bei der Vcrfcrtigunä 
der Custotiia in der Cathedrale von Cuenca hiilfreiche Iland, 11m 
machte selbst eine solche für ciie Parochialkirche vell 5- Juärl
        

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