Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - Boe
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1707650
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1711259
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Beatrizet , 
Nicolas. 
bezeichnete. Diesen Meister unterscheiden jetzt die Iiunstliebhaher 
von dem obigen, und nennen ihn den Meister mit dem Würfel 
(le maitre au de, maestro del' dado) und den alten Beatricius, ob- 
wohl kein Grund vorhanden ist, dass das B auf dem Würfel den 
Beatricitis bedeutet. 
Der Meister mit dein Würfel hielt am kräftigsten den edlen ra- 
faelischen Styl, und eine einfache aber geregelte Stichmethode, 
 welche der des lWIarc-Anton selbst nahe kommt, obgleich sie nicht 
ganz die Zartheit hat, aufrecht, und indem er Augustin von Ve- 
nedig in Genauigkeit der Strichlagen übertraf, hielt er sich von 
jenem Streben nach blossem Effekt, den Marc de Ravenna oft darin 
suchte. dass er die Schatten hart und mit wenig Abstufung vom 
Licht absetzte, zugleich entfernt. Seine trePflichen Arbeiten sind fast 
sämxntlich nach rafaelischen Werken oder doch nach solchen, in wel- 
chen dieser Geist lebt, ausgeführt. Vergl. v. Quandt Entwurf zu 
einer Geschichte der Iiupferstecherliunst, S. 197. 
Die Verzeichnisse der Werke N. Beatrizefs waren bis auf Bartsch 
sehr ungenau; erst der letztere hat sie von denen der anonymen 
Meister und von jenen des sogenannten Beatricius geschieden. Er 
verzeichnete 108, glaubt aber, dass diese Anzahl zu gering sei für 
einen Künstler, der sich ganz allein der Iiupferstecherlaunst wid- 
mete. Nebenbei dürfte er nach Bartsch auch Platten anderer Mei- 
ster umgestochcn und retouchirt haben, namentlich solche, die im 
Besitze der IiupferstichhE-intller seiner Zeit, wie Th. BarläccltPs, A. 
Salamanczfs und A. Lafreri's,'vvare11. Mit dem letzteren scheint er 
in Verbindung gestanden zu sein, der vermuthlich mit seinem 
rechten Namen La Frere hiess und ein Landsmann Beatrizefs war. 
Beatrizefs Blätter tragen die Jahrzahlcn von 1540-1562, und 
somit glaubt Bartsch, dass er um 1520 geboren und um 1570 ge- 
storben sei. 
 Portraits: 
Pabst Pius IV., bezeichnet: Nicolaus Beatricius lotaringus incidit 
et formis suis excu; H. 15 Z., Br. 9 Z. 3 L. 
Pahst Paul IV., 1568; H. 11 Z. 10 I"? Br. 8 Z. 8 In? 
Heinrich II. von Frankreich, P. B. INV.  N. B. LOT. F. 1556. 
Dieses Blatt ist vißeicht nach Penni Bomanus, dem man die- 
ses Portrait zuschreiht, gefertiget,  
In den ersten Drücken sieht man den Iiopf in Profil, in den 
zweiten zeigt er sich in drei Viertel Ansicht. Auch trägt das Blatt 
die Jahrzahl 1558. 
Hippolytha Gonzaga, ohne Namen des Stechers. Oval; Durch- 
messer der Höhe: 18 Z. 9 L., jener der Breite: 15 Z. 8 L. Die 
späteren Abdrücke tragen L. Bertelli's Adresse. 
Juan de Valverda, genannt Amusco; H. 8 Z. 5 LL, Br. 5 Z. SL. 
Dieses Blatt findet man an der Spitze der lateinischen Ueber- 
setzung der Historia de la composicion del cuerpo humane, well 
ches Valverda zu Rom 1556 in Fol. heraus gab. Auch in der ita- 
lienischen Uehersetzung von 1586 dient es zum Titellaupfer. 
Anton Salamanca; H. 7 Z. 5 L., Br. 5 Z. 
Büste des Titus Livius, ohne Namen des Stechers, nur mit Sa- 
lamüllca excudebat bezeichnet: H. 11 Z- 3 11-, Br. 8 Z. 8 L- 
Heilige Gegenstände: 
AbePs Tod, 1540. N. B. 11.; 1-1. s z. 3 L., Br. v5 z. 10 L. Die 
späteren Abdrücke haben Salamancais Adresse.  
Joseph legt seinen Brüdern die Träume aus, nach Rafael, 1541; 
H. 8 Z. 9 L., Br. 15 Z. 10 L. Eines der schönsten Blätter 
dieses Meisters.  
Der Prophet Jeremias in der Sixtina, von Mich. Angele gemalt.
        

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