Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - Boe
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1707650
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1711175
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Bausc, 
Johann 
F riederich. 
Bause, Johann Fnederich, Iiupferstecher, geb. zu Halle 1158. 
gest. zu Weimar 181d.   
Er gehört zu den vorziiglichsten deutschen Iiupferstechern und 
verdient um so mehr Lob, da er die Ausbildung seines seltenen 
Talentes sich grösstentheils selbst zu verdanken hat. Nicht zufrie- 
den blos fiir Buchhändler seinen Grabstichel zu gebrauchen, WW 
bei die Veredlung der Iiunst nothweuclig gefährdet werden musste. 
begab er sich 1759 nach Augsburg. Diese Reise, und vorzüglich 
das Studium nach den berühmtesten Iiupferstichen. unter cleueß 
er vorzugsweise YVille zum Muster wählte, gab er seinem Geschmaßk 
eine bessere Richtung und seinem Stiche] mehr Festigkeit, der al- 
les Metallartige vermied und sich mehr durch malerischen Reiz aus- 
zeichnete.  
Die Bekanntschaft mit Wille, mit dem er sich schriftlich unter- 
hielt, und der gute llath desselben, gereichten ihm zu grossem 
Nutzen. Auch fand er in Leipzig, wo er sich seit 1787 bis hurl 
vor seinem Tod aulhielt, einen grosscxi Wirkungskreis. 
Er lieferte wenig historische Blätter, um so verclienstlicher aber 
sind die Bildnisse berühmter Männer, die er mehreutheils nach 
den Gemälden von A. Graf!" stach. Wohl selten gab ein liiinstler 
in der Copie den Geist des Originals so treu wieder. Die Freiheit 
und Sicherheit des lYIalc-rs findet man ebenso wahr in den gesto- 
chenen Bilclnissen; die Fleischparthicn sind vortrefflich behandelt 
und jeder Stoff ist in seinem bestimmten Charakter ausgedrückt. Aber 
es war ihm nicht genug, als ausgezeichneter Iiiinstler durch den 
Grabstichel zu glänzen, er lieferte auch Versuche in Aquatinta, in 
der schwarzen Iiuilst und Zeichnungsmanier, so wie im Punktiren. 
besass auch grosse Fertigkeit mit der Nadel umzugehen. 
Bause's Werk enthält über 200 Stiiclac. 
Zu seinen vorziigliixhslexi gehören: 
Rosette, nach Netscher; Fol. 
Die fleissiäe Hausfrau, nach G. Dow, 1'166; H. 10 Z. 1 L., Br. 
7 Z- 3 . 
Artcmisia, nach Guido, 1770; H. '12 Z. [t L., Br. 8 Z. 9 L, 
Magdalena, nach Battoni, 1780; H. 12 Z. 7 L., Br. 16 Z, 6 L, 
Le petit Busse, nach Reynolds, 1784; H. 111 Z. AI", Br, 10Z_ 21" 
Der Perser, nach Mieris, 1769; H. 10 Z., Br. 6 Z. 11 L. 
J- G- Fregc: nach Greif, 1782; F01. Die ersten Abdrücke sind 
vor dem Namen des Künstlers. 
Gustav Adolf, nach Fittler; gr. Fol. 
Venus und Amor, nach Cignani.   
Drei neben einander stehende Apostel, nach M.A. cla Carravaggio, 
ein vortrefflich radirtes Blatt, mit dem Grabstichel beendet; 
gr. qu. Fol.  
 Ein Mädchen mit einem Kaninchen, in schwarzer Kunst, nach 
Magdalena Bassepnrt; sehr selten, in 4. 
Zwei alte Iiiipie, nach Rembrandt geiitzt, 2 Bl., Fol. 
DenBiirgermeister Horn zu Freiberg; 1901., sehr selten. I  
Grat Czermsvchef, cn Medaillen, nach Cochin; ebenf. sehr selten. 
Zrvei alte Kopfe, nach Dietrich; Fol. 
Die wandernden Nlusilianten, nach Dietrich; F0]. 
Etliche Blätter, nach Oeser. 
Eine Folge Vßlßildnissen deutscher Gelehrten, alle in kl. Fol. wie: 
Bahener, S. Gesgner, Ch. F. Weisse, E. Lessing, M. Mendels- 
sohn, J. G. Sulzer, Ii. VV. Ramler, Ch. v. I-lagedorn, J. A. 
Ernesti, J. J. Zollilaofer, J. B. Forster, J. J. Bodmer, E. Platt- 
ner, S. F. N. Morris; alle nach Gemälden von GraiF] gestochen.
        

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