Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - Boe
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1707650
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1710938
E06 
B317, 
James. 
Bßfy, James, Maler und Iiupferstecher, gg. z__u Corlie in Irland um 
1740, gest. zu London 1800. D18" Urtheile uber diesem l-iüngiley, 
den man zii den besten und heruhmtesten der brrttischen Nation 
 äähg, silnd lnhäältltSßltäädlältzlxlld {igiziliilildcäänzähvlerichieden._läin egg- 
isc er ums  er  .    war genia , a er 
excentrisch, und zählt ihn zu denjenigen Iiunstleril, welche die 
Natur verachten und vonihr verachtet irverclen. Nichts in der Welt 
konnte er, nach der Meinung des Relerenien, treu und ähnlich 
abbilden, und wollte ei- es lilersucheiil; so glich er einem "betrun- 
kenen Reiter." Darum 11a e er sie auf das Fach des grossen 
St ls eworfen, der, wie der Mantel der christlichen Liebe, alle 
"by" g M" 1 d lse Zwar seien ein' F d G 
u rigen enge zu ec  -  ige_ igui-en un rup- 
en in seinem Gemälde der olymiaischen Spiele schön nach der 
Antike gezeichnet: allein in der liurbiing und dem {Xusdrucli gli- 
chen sie den indianischen Wilden. HGiosseres FEYLllCIlSt rammen 
Barfs Landsleute noch dessen schriftlichen Mittheilungen über 
die Kunst ein. 
Zwei Schooss-Siinden dieses Künstlers, dessen von Natur kraft- 
volle und thätige Seele in Schwärmerei gliihte, waren, nach dem 
Urtheile englischer Iiunstrichter, eine beleidigende Sonderharlaeil 
der Sitten! als Mensch, und eine hastige liederliche und slaizzen- 
hafte Nachahmung als Maler. In Rücksicht auf Farbe und Behand- 
lung scheint er alle der Frescoiaialerei inwohnenclen Unvollkom- 
menheiten auf die Oelmalerei übertragen zu wollen; das Colorit 
blieb in allen seinen Werken harß, rauh, undurchsichtig, misstö- 
nig und metallisch. '  
Seine Art zu stucliren war von der der guten Meister ganz ver- 
schieden. Wenn er nach Antiken zeichnete, so that er es mittelst 
einer mechanischen Vorrichtung, der Delineator genannt; er malte 
nicht nach der Natur, keine Portraite, daher ihm auch kein Vor- 
rath von charahterisirter Mannigfaltigkeit ward; er verachtete alle 
Voriibnngen dieser Art als unniithig und unter seiner Würde, so 
dass er sich nach seiner Zurückliunft von Rom den Unwillen sei- 
nes Gönners Beynolds zuzog, indem er den zwei Jahre wiederhol- 
ten Bitten, ihm zu seinem Bildnisse zu sitzen, aus dem Wege ging. 
Barfs Pinsel blieb in England müssig, besonders seit sein Ver- 
such, den Tod des Generals Wolf darzustellen, den VVest bereits 
mit viel Geschicklichkeit behandelt hatte, verunglückte und selbst die 
Empfehlung lieynolcPs konnte nichts fruchten. Uebrigens wies er 
oft ehrenvolle Aufträge von der Hand, blos weil siemit einer 
Beschränkung in der Grösse der Figuren und im Maasse der Leim 
wand bedingt waren, ohwohl vielleicht der wahre Grund seiner 
Weigerung in dem Bewusstseyn seiner Unfähigkeit lag, etwas her- 
vorzuhringen, das streng genug Form und Farbe hielt, um in der 
Nähe besehen werden zu können. Sein Lieblingsmaass war 8Schuh 
Höhe und 17 Breite. _ 
Bary war in der Malerei sein eigener Lehrer, und lieferte schon 
in seinem 19. Jahre ein Gemälde, das den heil. Patricius, den 
Schutzheiligen und Liebling Irlands, darstellt, wie er den König 
von Cashell tauft, eine grosse Composition, mit vielen Zuschauern 
beiderlei Geschlechts. Man sah das Bild zuerst auf clerAusstellung 
zu Dublin und zwar mit allgemeinem Beithll; ein verborgene!" 
Zauber schien aller Augen darauf zu fesseln. Der junge Iiiinst- 
1er war selbst Augenzeuge seines Triumphes, allein man glaubte
        

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