Volltext: A - Boe (Bd. 1)

Adam , 
Albrecht. 
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1,1315 sich sehr in die Länge zu ziehen schien, wesswegen Adam 
von dem Vicekönige einen sechsinonatlichen Urlaub erhielt. Der 
Zeitpunkt zur Rückreise war sehr bedenklich, der VVeg von schwär- 
mendeil Kosaken beunruhiget, und unter grossen Gefahren und 
l-lintlernissen legte der Künstler vom g. Sept. bis zum 20. Dez. 
seine lleise von Moskau bis München zurück. 
Im Jahre 1315 gelangte auch Prinz Engen auf seinem VVege nach 
Italien in dieser Stadt an; denn die Armee musste zum Feldzuge 
gegen Oestcrreich organisirt werden. Auch Adam ging wieder nach 
Italien und blieb dort bis zum Sommer des J. 1315. In dieser Zeit 
entstanden viele Cabinetsbilder, welche theils in Italien, theils in 
Oesterreich zerstreut sind. Bei seiner Rückkehr aus Italien in dem 
bezeichneten dnhre erhielt er vom Fürsten den Auftrag, eine Samm- 
lung von Zeichnungen aus diesem Feldzugemu fertigen, welche 
bis zum Tode des Irlerztigs fortgesetzt wurden und in 83 Blättern 
ein vollständiges Tlagebuch bilden. Diese liliittci" sind in gr.  auf 
Papier in Oel gemalt, und werden auf der Bibliothek des herzog- 
lichen Pallastes zu München aufbewahrt. Spliter malte er noch 
mehrere grosse Schlachtgeiniilcie, von denen die Schlachten von Ilaab, 
von lYlosaislt, von Miilojartislavvez und von St. Michel gegenwär- 
tig in der herzoglichen liesidenz zu Eichstiidt sich befinden. Meh- 
rere Cabinetsbiltier, welche er später für den Fürsten malte, sind 
jetzt in München.  
Nach seiner Rückkehr aus Italien richtete auch der höchstselige 
König hlaximilian von Bayern die Aufmerksamkeit auf diesen Iiunst- 
ler, und liess ihm stets seinen Schutz und seine Gnade angedeihen. 
Eine bedeutende Anzahl der besten ÄNerke aus den Jahren von 
1317 bis 2'; befinden sich gegenwärtig ii1 der hiuterlassenen Samm- 
lung des höchstseligen Königs zu 'I'egernsee. Andere Bilder von 
Adam sind im Schlusse des Fürsten Wlrede zu Ellingen, an dem 
derselbe stets einen Gönner fand. 
Um diese Zeit beschäftigte Adam auch eii1 anderes grosses Unter- 
nehmen. Der Iiiinstler machte nämlich in Russland mehr als 300 
interessante Zeichnungen von den merkwürdigsten Ereignissen, und 
gab die vorzügllüllätßll ill 100 lithograpliirten Blättern unter dem Ti- 
tel: Voyage pittoresque inilitaire heraus.  
Nach dem Tode des Herzogs von Leuchtenberg und des Königs 
Maximilian trat für denselben eine neue Periode ein. Sein mili- 
tiirisch-malerisches VVerk von dem russischen Feldzuge, welches ei. 
ncn grossexi Theil seiner Zeit in Anspruch nahm, richtete die Auf- 
merksamkeit des Auslandes mehr auf ihn. Im J. 132g kam er nach 
WVürtembei-g und hatte sich der besonclern Gnade des Königs zu 
erfreuen. Er malte denselben zu Pferde und viele andere Werke, 
worunter die Bildnisse der vorzüglichsten arabischen Pferde eine 
besondere Sammlung ausmachen, die der König besitzt. Nach ei- 
nem einjährigen Aufenthalte verliess er, reich beschenkt von dein 
Könige, Stuttgart wfiecler, und hielt sich seit dieser Zeit, mit Aus- 
nahme einiger Reisen nach Nordteutscliland, namentlich nach 
Mecklenburg und IIollstein, wo er viele Bildnisse edler Pferde ver- 
fertigte, grösstenthcils 11.] München auf.  
Die besten Werke der letzten Zeit, welche von Iiennern als die 
vorziiglichsten (lieses lxiinstlers überhaupt erkannt werden, befin- 
den sich gcgeniviirtig in der Sammlung des Freiherrn Salomon von 
Rothschild zu Paris. Ueberhaupt sind die meisten und Vorzüglich- 
sten Bilder dieses Künstlers im Aiislande verbreitet. 
Ausserdem existiren auch viele lithtigraphirte Blätter, theils von 
ihm selbst, theils von Antlern nach seinen Werken gefertiget. 
Seinqneuestes VVerk ist ein grosses Gemälde, welches er aus Auf- 
Nugler S Iiünstler-Lex. I. Bd.   2
	        
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