Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - Boe
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1707650
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1710457
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oder 
Giorgione 
da 
Castelfranco. 
einer lieblichen Verschmelzung, die Schwierigkeiten des mechani- 
schen Theiles der, Iiiinst _init_ einein Schein von Leichtigkeit zu ver- 
bergen wusste. Säue BIlClDIXISSC sind lebhaflä und hgie Landschaften 
in einem ausgesuc ten Gesc mac e ausgefii irt. an schätzte ihn 
schon zu seiner Zeit sehr hoch und nannte ihn wegen der ei- 
genthiimliclien Grossheit seines Vortrages und der Iilarheit seines 
Pinsels, wegen seiner Färbung und der Trefflichkeit im' Helldunliel 
den Q-rossen Georg. Auch haben einige seiner Zcitwenossen und 
Nachfolger das Eigenthiiiuliclie Seines Styls (il Glüftälüneäpü) mit 
seltener liunst nachzuahmen verstanden, vvie z. B. Pui-deiione. 
Zu seiner Zeit herrschte noch der Streit zwischen den Malern 
und Bildhziuern uber den Yorzug ihrer beiderseitigen Iiiinste. Um 
nun denißäildlhauern zulzeigena waivdie Malerei vermöge und um 
sie zu wie er egcn, ma te er eine Wglll? von hinten welche ihre 
beiden Seiten durch zwei ini Bilde angebrachte Spieigel und ihre 
Vorderseite durch einen WVasserspiegel zeigte. 
Giorgionäs Arbeiten sind grilsstcntlieils Frescen an den Giebel- 
sciten der Hziuser, besonders in Venedig, wo jetzt nur noch einige 
Ueberbleibsel vorhanden sind. Dagegen werden dort noch Oelge; 
niälde in Privatliäusern aufbewahrt, die noch wohl erhalten sind, 
was man seinem starken Farbenauftrag und seinem vollen Pinsel 
zuschreibt. Vor allen sieht man von ihm Bildnisse, welche durch 
_das Seelenvolle, die Miene der Iiöpfe, die sonderbare Bekleidung, 
den laoclienbau, die Federbiische und rWaffen und das frische le- 
bendige Fleisch bßwllllClßfllngäyVlllttllg sind. Selten _sind Coniposi- 
tionen von Ihm: Aut Monte di Pieti-o_. zu Trevigi ein todter ChI-i- 
5:115, zulYcnedigg der heil. Olinobono in der Schule der Schneider 
(de sarti), bei  Marcus (er vuiii l-Iciland bespruchgng Sturm, 
Fur den besten Liiiargiorie halten einige den kleinen aus dem Nil 
gezogenen lVlfoses ini erzbischöfliclien Pallaste zu IYIaiIand. Die 
Gallerie MQIIfYlD zu Venedig enthält mehrere geistreiche Gemälde 
von Giorgione, Jvelche man poetisch-romantische Bilder nennen 
möchte. Ein ähnliches besitzt auch H. v. Quandt; es stellt eine 
Dame an einem See vor. die begeistert zu den Tönen der Laute 
singt. Sein seelenvollstes Bild_1st vielleicht Jakob und Piahel in 
der Dresdner Gallerie. Der Kunsftliifl hat _hier erreichtäwas er ge- 
iiivollt, uiid ldagrgesteält, wasi er "ge u ä, die Illinlglieäll eines IIIJSSGS 
 ann nic t e ensvo er un wvarmer argeste t wer en. Das Bild 
wurdevon Palmaroli von allen Üßbermalullgen gereiniget. Hirt 
 auch den Marsyas, welcher den 
Olympus auf der Hote unterrichtet, der bisher fiir Giulio Romano 
galt, fur Giorgioiie. Es ist eines der herrlichsten Werke der Ma- 
lerei., Auch die lt. lt. Gallerie zu liVien besitzt Schönes von die- 
sem seltenen Meister. In der k. Ciiillerie zu München ist das Brust- 
bild des Iiunstlers in Pelz gekleidet und ein schönes -Weib, das 
einen Spie el hält die Vergänglichkeit vor-stellend und in der 
herzglglich läeuchteiibergischen Gallerie, ebendaselbst eine Anbetung 
der irten, die heil. Jungfrau mit dem Kinde unter einem Baume 
und der Henker ßwie er der Herodias das Haupt des heil. Johan- 
nes iibergiht. "In, der Gallerie Messias befand sich das ßrusibild 
Davids niit dem Schwerte iii der Hand, und Zwel nackte weibliche 
Figuren in eineiyLanilschaft und. ein Boden ZWEI ruhende Lauten- 
spieler. Dasselbe ßbild, aber inlileincreni Formate befindet sich 
auch 1.11 läarlä- I_n der Eremitage zu_St. Petersburg, istein treffli- 
ches Gemalde, einen _Man_n und drei Frauen im Brusthilde vor- 
stellend, Yüjl ÖFQC? 93119 d"? 0131911 SPtelt. Andere Gemälde daselbst 
tragen ziveifelhalt den Namen _GlOl:glQll0. In dendlgucian Bona- 
fäartifschenbSammlung zu Rßnrist eine tretfliche GfQhlQgLlU-gi, ein
        

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