Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - Boe
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1707650
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1710382
Bandinelli , 
Baccio. 
Marc. 
Bandinelli , 
251 
keit, denn er war, obgleich ein guter Zeichner, doch ein schlechter 
Colorist. Lanzi erwähnt eines trunkenen Noah und elnesVoi-hun- 
mels der heil. Väter, fast als das einzige, was Bandinelh gemalt. 
Er war finstern, neidischen, zanhsiichtigen Charakters und zog sich 
dadurch viele Feinde zu, und kam auch in den bösen Ruf, den 
berühmten Carton Mich. Angeles zerrissen zu haben, entweder 
damit ihn kein anderer benutzen sollte, oder weil er da Vinei hold 
und Mich. Angele hassend, einen Vergleich verhüten wollte, der 
Zll VliIICVS Nachtheil ausfallen musste. Ucbrigens ist die Sache nicht 
hinlänglich erwiesen. 
Baecio rühmte sich öfters die Alten in der Plastik übertroffen zu 
llilllßl-l- Daher entstand die Satyre Titian's, welcher eine Zeich- 
nung verfertigte, Worin man einen alten und zwei junge AFfen 111 
der Stellung des Laoltoon erblickte. 
Baccio war von Clemens VII. und von Carl V. gellßhtßli, ersterer 
gab ihm ein eigenes Grundstück und machte ihn zum Ritter von St. 
Peter, letzterer beehrte ihn nebst dem Orden des- St. Jakob mitei- 
Ilßr Commancleri. Er hatte auch Iiindcr, die aber unbekannt 
blieben.   
In B. Cellini's Selbstbiographie ist viel Anziehendes über Bandi- 
nelli. Heinecke führt die meisten nach seinen Sculpturen und Zeich- 
nungen gestochenen Blätter an.   
Von diesem Iiünstler, der nach Mich. Angele und Fiamingo _1.u 
den ersten Meistern gehört, befinden sich zu Florenz noch einige 
VVerlie. Auf dem Hauptaltare im Dome ist eine grosse Gruppe: 
Christi Leichnam von einem Engel gehalten, darüber Gott Witer 
sitzend in segnender Gebzihrde. Mehr geschützt wurden die klei- 
neren, stark erhobenen Figuren am Fussgestelle des Gitters im Yres- 
Interiu, von ihm und seinem Schüler Giov. dell' Oper: ausgeführt. 
Auf dem grossen Platze, am Eingange in den alten Pallast, ist der 
Herluxles mit Gacus zu seinen Füssen ein tüchtiges Werk Baccirfs. 
In der Gallerie befindet sich seine Cupie der Gruppe des Laohuon, 
ein lYIcisterwerk aller modernen Copien nach antiker Plastik. Die 
Basreliets an den Siiulenfüssen des Chores im Dome sind in der 
Metropolitana Fiorentina illustrata (1820) aufTaf. 18  28 in U_m- 
Tiäsen gegeben. Sie sind zum Theil wunderlich und mamerirt. 
Baceio verfertigte auch den ersten Entwurf für das Grabmal Hein- 
rich VIII. von England, wie Vasari II. 585 erwähnt.  
Man findet von- Bandinelli auch noch Zeichnungen, namentlich 
in England. Diese sind mit breiter Feder ausgeführt, gewöhnlich 
 einzelne Figuren, gleich Alsten. Einige derselben, besonders Com- 
positiotlen, sind in Rothsteiil.   
Duchesne in seinem Essai sur les nielles erwähnt auch eines Niello, 
das nach Baccio gefertiget seyn könnte. Es stellt die Marter des 
heil. Lorenz vor, dieselbe Cornposition, welche Marc ADIOII nach 
Baecio gestochen. In der Ecke des Niello, welches lll das Cabinet 
lVlalaspina kam, ist ein P zu sehen, was glauben machen könnte, 
dass es von Pollajuolo oder von Peregrini sei. Höhe 2 Z. 6 L-i 
Br. 5 Z. Ö L. 
A. von Venedig, Beatrizet, E. Vicus, Marc Anton, N. della Cli- 
Sa. u- a. haben nach ihm gestochen. 
Sein imatürlicher Sohn Clemens hatte grosse Anlagen zur Kunst: 
starb aber in jungen Jahren.  
Sandlneui? Marc; Maler, genannt Marehiuo di Guido Reni,_bßi 
(19111 ß!" 50 Jahre als Modell, Iioch, Bedienter und Haushofmeläte! 
dlentß- E? hinterliess einige Compositionen von seiner eigene" 
Erfindung. Lebte um 1610.
        

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