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Badalocchio
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England und Frankreich bedient haben. In Bronze arbeitete er
mit gleichem Gliiclie.
Er verfertigte Aufsätze verschiedener Art, und entwarf viele In-
schrifteil für Grabmäler, schrieb auch einige Fabeln und morali-
sche Betrachtungen. S. die Critik seines Denkmals von Lord
Chatam in Meusels Mus. IX. 250 und die Beschreibung desselben
in Murr's Iiunstjourxlzil XIII. 155.
BädQIOGChIO, SISIO, genannt Rosa, (nach Bartsch Sisto Rosa, ge-
nannt Baklalocchio) Maler und Iinpfersteelier, dessen Geburtsjahr
einige in 1581 und das Sterbjahr in 16l7 angeben. Dieses ist ein
Irrthum, den Basan veranlasste, indem er Lanfraneds I.ebenszeit
dem Sisto anwies. NIan weiss nur, dass letzterer 1009 noch ein
junger Mann war, und Parxna zur Geburtsstadt hatte. Hannibal
Carracci war sein Lehrer und beide lebten lange Zeit in Boni. Er
war Lanfraneds treuer Gefährte, u. näherte sich sehr seinem Style.
Auch bei Annibale stand er im Ansehen, und dieser Meister sagte
sogar, dass Sisto besser zeichne, als er selbst. Er wählte ihn da-
her von allen seinen Schülern aus, um in der Diego-Gapelle nach
seinem Cartone einen Auftritt aus dem Leben dieses Ileiligen zu
malen.
Badalocehitfs Leichtigkeit im Zeichnen war ausserortlentlich , in
der Erfindung aber übertrafen ilin CarraccFs beste Schüler. Dess-
wegen behauptet er neben Guido und Dominichino in S. Gregorio,
und neben Albani im Pallaste Verospi die zweite Stelle, wiewohl
seine Galathea in letzterer ein Meisterwerk ist. Gegen andere Mit-
"werber hält er sich nicht nur, sondern überragt sie.
iArbeitcn von Sisto sieht man in Iieggio, namentlich in der Cup-
pel S. Johanns; ferner im Modenesischeil, besonders im herzogli-
chen Pallaste zu Gualtieri, wo er. in einem Zimmer die Grosstha-
ten des Herkules darstellte. Unter seinen Bildtafeln in Parma ist
der heil. Franz bei deni Ca uzinern zu riihmen, ein in Figuren
und in der Landschaft im ibesten earraccischen Style gearbeitetes
Bild. Uebrigens kann man, nach LanzPs Versicherung, von ihm
saglen, was man von Lanfraneo sagterdass er meistens nveniger
ga , als er konnte. Geseh. der Malerei II. 556. III. 121.
Bartsch XVIII. 352 glaubt, dass Baclalocehids Iiupferwverli in
34. Blättern eomplet sei, und sagt, das selbe ganz denen des Lan-
franco gleichen, im Guten und im Fehlerhaften. Der grösste Theil
derselben ist mit den Buchstaben B Si Ba, anderen mit: Sisto BP,
Sisto Bad. u. s. w. bezeichnet.
Von seiner Geschicklichkeit zenget die mit Lanfraneo auf 25 Bl.
gestochene Bibel RafaePs, die sie dem Annibale Carracci zueigne-
ten. Das VVerk hat den Titel: Historia del testarnento vecchio di-
Pinta in Roma nel Vatidano da Ralfaelle di Urbino, et intagliata
III rame da Sisto Badalocchi et Giovanni Lanfrancln Parnngian.
A1 Sig. Annibale Garraeci. lioxna 1607. H. lt Z. 10 L-nBP- Ö Z. 5 L.
Die Malereien des Domes zu Parxna, nach Correggio, (J Bl. H.
10 Z., Brl 7 Z. 6 L.
Die Vermählung der heil. Catharina. II. 5 Z. 9 L., Br. ÖZ. 4 L.
1130110011, 1600. H. 14 Z. Br. 11 Z-
Amor und Pan, nach Aug. Carracei. H. 7 Z., Br. 6 Z.
Dieses Blatt trägt den Namen des Steehers nicht, aber es gehört,
nach Bartsch "Versicherung, dem Sisto an.
Ein Blatt, welches Bartsch entging, fand Brulliot im Catalogue
de M. de Viennß 1826 angegeben. Dieses Blatt soll die vier
Evangelisten, nach Rafael darstellen, und mit BSi und B. V. I.
(Itaph. Urb. inventer). INCID bezeichnet seyn.; 8.