Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - Boe
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1707650
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1707892
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Abbate 
Cicöio. 
Abbate 
Niccolo 
(Abati) 
dellä 
Abhate 
Ciccio. 
Solimcna. 
Abbfltß (Abütl), NUÜCÜIO (1311,; Messer Niccolo genannt, wurde 
zu lyIodena 15g geboren und starb in Franlsreich um 1571. 
Aus der Familie er Abbate sind mehrere Wlalcx" hervorgegangen, 
die Stegs eine Zierde der ältern lYIodeneser Schule bleiben werden. 
Niccolo und Ercole, sein Enkel, zeichnen sich unter den übrigen 
als die Iiunstreichsten aus. Den ersteren wollen einige fiir Cor- 
regghfs Schüler halten, was nicht durchaus abzuliiugnen seyn 
möchte, auch nur riiclrsichtlich mancher seiner Verhiirzungen und 
der grossen Rundung der Gegenstände. Vasari jedoch sagt von 
solcher Meisterschaft kein Wort, sondern erwähnt blos das lWIar- 
tyrthuin des Apostelfiirsten bei den schwarzen Mönchen und be- 
merkt, die eine Henlserfigur sei aus einem Gemälde Correggids in 
St. Giovanni zu Parma entlehnt. Lanzi II. (S. 276 deutscher Ausg.) 
' glaubt, aus Niccolmfs Wandbildcrn zu Modena, welche unter seine 
ersten Arbeiten gezählt werden, spreche sich seine Begeisterung fiir 
die römische Schule deutlich aus, und dasselbe crhelle auch aus 
den zwölf Wandbildern der Aeneis, welche in Rocca di Caudiano, 
einem Schlosse des Herzogs Ercole d'Esthe, ausgesägt, in den her- 
zoglichen Pallast gebracht wurden, und von da endlich zur Alta- 
demie kamen. Dazu gehören noch drei kleinere, grau in Grau 
gemalt. Ihr Inhalt bezieht sich aufBegebenheiten des trojanischen 
Iirieges, und sie giewähren, obschon grosser Restauration bedür- 
fend, eine hinläng iche Einsicht in des Künstlers genialen Geist 
und seine praktische Gewandtheit. Niccolo coinponirte schön und 
mit lebhafter Phantasie; seine Figuren sind von schlankem Wachse, 
voll Ausdruck, besonders in den Köpfen. Seine Pferde sind laute- 
res Leben; die Färbung verbindet Kraft mit Lebendigkeit und ist 
marlcig, breit, liiihn und geistreich aufgetragen. Auch im Munizi- 
al-Pallaste sieht man noch Gemälde von Niccolo. Im ersten Saale 
hat er 1546 gemeinschaftlich mit_A. Fdntaua das Triumvirat des 
Augustus, Le idus und Antonius in Freslro dargestellt. Von seiner 
Hand ist auch, über dein Iiaminl die Darstellung des Herkules, wie 
erden Löwen zerreisst und endlich die Schilderung des Krieges 
zwischen der Stadt Modena und den Bolognesern. Diese grossen 
Gemälde hatten das Unglück, schon vor langer Zeit mit Ocl auf- 
efrischt zu werden, darum sind sie jetzt mit einer gclbbraunen 
iäinde überzogen, wodurch sie die VVirkung ihres schönen harmo- 
nischen Colorits gänzlich eingebiisst haben. Speth Kunst in Ita- 
lien I. 102 ff. 
In reifern Jahren liess sich Niccolo zu Bologna nieder und 
malte dort unter dem Säulengan e der Leoni eine Geburt Chri- 
sti, welche Kenner für das vollendetste Wandgemälde in Bo- 
logna hielten. Dieses Bild war, nebst Niccolo's übrigen Arbei- 
ten, die Bewunderung. und das Muster der Carracci. Das von 
Fremden am meisten betrachtete Bild- dieses Künstlers ist die Ge- 
sellschaft von Jungfrauen und Jiin lingen, welche einem Saale des 
Institutes zur Zierde dient. Gestochen ist das Werk von B. Crivel- 
lari, in den Pitture di Pellegrino Tibaldi e di Niccolo dell' Ab- 
bati, desc. ed. illust. da Zanotti. gr. fol. Venezia 1756. 
Dieser Künstler verschmähte auch nicht andere nachzuahmen. Viele 
Maler können ein Sonett des Agost. Carracci auswendig, welcher 
in Niccolo allein RafaePs Ebenmaass, Miehelagnuolds Fruchtbar- 
lacit, Tizian's Wahrheit, Correggids Adel, 'I'ibaldi's Composition, 
Parmigianinds Anmuth vereint, kurz, in ihm den besten aller gu- 
ten Iiiixistler und aller Schulen fand. Muss man nun gleich hier
        

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