Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - Boe
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1707650
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1708953
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Amsler , Samuel. 
einer, durch mehrjähriges Copiren, erlangten Fertigkeit in ihm der 
Wunsch und das Verlangen, sich einmal mit dem Grabstichcl auf 
Iiupfer zu versuchen, vorerst aber mit Radiren und Aetzen den Au- 
fang zu machez. Als er nach mehreren Versuchen zum befriedi- 
genden Resultat gekommen war, fasste er den Entschluss, sich nun 
ganz der liupferstecherltunst zu widmen, und begab sich nach 
Ziirich zu Oberkogler, und später zu dem bekannten H. Lips. 
Unter der Leitung des Letzteren machte er bald solche Fortschritte, 
dass er nicht nur den Lehrer bei seinen Arbeiten unterstützen 
konnte, sondern von demselben auch mit der Bearbeitung zweier 
grösserer Platten nach dessen Zeichnung beauftragt wurde. A115 
dieser Zeit ist auch eine Nachbildung des hl. Johannes von Fr. 
Müller zu erwähnen, die allgemeinen Beifall fand. Seine erwuy- 
benen Hunstfertigkeiten setzten 1l1n m den Stand, 1814 die Aka- 
demie zu München besuchen zu können, um er, während seines 
zweijährigen Aufenthaltes, den grössten Thcil seiner Zeit auf das 
Zeichnen nach der Natur und den Antike verwendete, auch in der 
k. Gallerie nach Zurbaraxfs hl. Bruno und eine Magdalena von 
Carlo Dolce zwei Zeichnungen fertigte, um unter der Leitung 
des Professors Hess erstere zu radiren und letztere in der Grabsti- 
chelmanier auszuführen. 
Im Jahre 1316 trat er die Reise nach Rom an, wo er sich eben- 
falls mit Eifer dem Studium der Kunst und ihrer Ausübung wid- 
mete. Wie sehr er an Tretflichkeit in der Zeichnung und an" 
Kraft der Behandlung gewann, zeigen seine ersten Arbeiten nach 
Thorwaltlsen's Werken, _d1e so se ir den Beifall des herühmmn 
Meisters fanden, dass er ihm ausschliesslich mehrere Arbeiten nach 
seinen Sculpturen übertrug. Hieher gehört besonders eine Chari- 
tas, ferner eine Speranza, nach emer lebensgrossen Statue für die 
Baroncsse Humbold gearbeitet, und die Statue eines Schäfers, von 
un exneiner Klarheit und Zartheit der Ausführung. 
3er erste Iiupferstich, durch welchen Amslefs Talent 1818 be- 
kannter wurde, war das Bildniss des Malers Fohr, nach einer 
Zeichnung von Bahrdt._ Neben den Arbeiten nach Thgrwaldsgn 
beschäftigte ihn auch die rechte Seite des von Cornelius zu dem 
Niebelungexl Liede gezeichneten Txtelblattes, dessen andere Iltillte 
Bahrdt stach. Noc ist das Portrait Pius VII. nach Herrmands 
Zeichnung zu erwähnen, ein ausgezeichnetes Blatt in  
Im Jahre 1820 kehrte Amsler wieder ms Vaterland zurück, wo 
er eine kleine Madonna mit dem Iiinde, nach Rafael, in runder 
Form zu stechen begann, kehrte aber m dem nämlichen Jahre wie- 
der nach Rom zurück, um den Triumphzug Alexanders, nach Thor- 
vvaldsen, in Kupfer zu bringen. Vier Platten vollendete er hier, 
nebst dem Portraite des Meisters, nach Begas, ein sprechend ähn- 
liches Bild. Auch mehrere Zeichnungen nach Rafael fertigte er, 
worunter die Grablegung im Pallaste Borghese besonders zu rüh- 
men 1st. 
Gegen das Ende des Jahres 182i kehrte er in die Heimath zu; 
riick, und säumte nicht, neben der Fortsetzung des in Rom be- 
gonnellen Triumphzuges, nach 'l'horwaldsen, sogleich den Stich der 
Grablegung zu beginnen, den er 1851 vollendete. 
Im Jahre 1828 erhielt er den Ruf als Professor an die k. Alia- 
dclnie zu München, in welcher Eigenschaft er zum Ruhms der An- 
stalt wirket. 
In seiner Grablegung nach Rafael, oder vielmehr Gfabtragung, 
hat er Volpato, der denselben Gegenstand behandelte, weit uber- 
troHen, sowohl in Correktheit der Zeichnun , als in der Tiefe des 
Ausdruckes. Er hat getreu den Charakter des unsterblichen Mei-
        

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