Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - Boe
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1707650
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1708911
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Amerling, 
Friedrich. 
- Amiconi. 
Zwei seiner Gemälde, welche die ersten akademischen Preise er- 
hielten: Die verlassene Dido und der Gesetzgeber Moses, bewei- 
sen, dass er auch in der geschichtlichen Malerei viel zu leisten 
vermöge, doch findet leider diese Kunst weniger Ermunterung. 
Zu der Zeit, als in Wien die Cholera vvüthete, verlies Amer- 
ling die Stadt und eilte nach Rom, verweilte auch in Venedig und 
kehrte über Florenz zurück. Der Ruf des Kaisers Majestät gab 
ihn der Heimath; denn der Monarch liess durch ihn sein Bildniss 
malen, das auf dem Bitterschlosse zu Laxenburg in der Reihe der 
lothringischen Fürsten aufgestellt wurde. Der lylonarch empfing 
ihn mit den gütigen Worten: „Das Portrait meines Bruders (des 
Erzherzogs Rudolph) hat mich beredet, Sie von Rom 140111111911 zu 
lassen, denn ich finde es höchst ähnlich," Und so entstand das 
85 Fuss hohe Gemälde des Kaisers. Er sitzt in vollem Ornate, mit 
den Beichskleinodien geschinuckt, auf dem Tlironsessel mit Scep- 
ter und Iirone, ein Bild, das sich durch Aehnlichlieit, durch 
höchst einfache Anordnung und durch Reinheit der Zeichnung 
auszeichnet. Die Behandlung der Farben nennt die Zeitschrift 
fiir Iiunst, Literatur etc., 1835, Bl. 142, keck, liinzend, manch- 
mal absichtlich nachlässig, und durchaus dem Effäkte den Schmelz 
der Tinten opfernd, nach dem Beispiele von Lawrence. 
Seine Studien nach der Natur bezeichnet Gschladt in den Mit- 
theilungen aus Wien (1852 von Pietznigg herausgegeben) als eine, 
durch rastlose Ausfiihrunä vollendete Wiedergabe, Spiegelbilder 
der Natur, die aber durci bloss kühne Pinselfiihrung und ähnli- 
chen Farbengebrauch keineswegs erreicht werden können. Sie 
können wohl das Auge des Laien bestechen", den Kenner aber Die 
täuschen oder befriedigen, Diese Skizzen, fahrt Gschladt fort, be- 
weisen zwar als tüchtige Uebernialungcn Genie und Iiraft, Sicher- 
heit und Geist; aber mancher Schritt sei noch nothwendig, um 
auf die Stufe naturgetreuer Vollendung zu gelangen u. s. w. 
In wie weit der Tadel äeiiriindet sei, Amerlinä habe in der Be- 
handlung der Farben sic _.awrence zum Vorbi de gewählt, und 
strebe gleich diesem durch ein glänzendes Colorit,_mit Vernachläs- 
si ung des fiir alle Zeiten wahren Effekts, das Auge zu bestechen, 
oder ob bloss seine Reise nach Enäland und die Bekanntschaft 
mit dem englischen Meister die Veran assung zu dieser Behauptung 
gegeben, werden die Iiunstricliter entscheiden. Gschladt tadelt 
zwar den Künstler, aber er gesteht ihm ein ungewöhnliches Ta- 
lent zu, das zu schönen Hoffnungen berechtige. Er wird die Klippe 
vermeiden, an der in unsern Tagen manches jugendliche Talent 
gescheitert ist, und den wahren Weg zum Ruhme gehen. Vgl. 
Oesterreiches Archiv für Geschichte etc. 1832, Nro. 149 u. 150. 
AIIJCTOII, H-  Van, Zeichner und Maler, geboren zu Graven- 
hage 1777, lernte bei J. H. Prins die Zeichen- und Malerkunst, 
und liess sich dann zu Arnheiin nieder. Er malte Genrestiicke und 
Portraite und beschäftigte sich besonders mit dem Unterricht iin 
Zeichnen. Er wurde [erster Lehrer an der Zeichenschule zu Arn- 
heim und bildete gute Schüler, namentlich Reijers und Pitloo. Ob 
sich dieser Iiiinstler noch am Leben befinde ist uns unbekannt, 
Vor mehreren Jahren, hatte er das Unglück, ein Bein zu brechen, 
und musste von dieser Zeit an in Krücken gehen. Van Eynden 
und vaii der Willigen Gesch. der vaderland. Schilderliunst II. 215. 
Amico, Maestro. s. ASPertinO. 
Amiconi. s. Amigoiii.
        

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