Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - Boe
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1707650
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1708873
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Amelsfoort, Quirinus van.  Amerigi (Merigi), Mich. Aug. 
Amßlsfüürt, Qllirlnus Van, Maler, geb. zu Herzogenbusch 1760, 
lernte die Zeichenkunst in seiner Vaterstadt und begab sieh dann nach 
Düsseldorf, um nach den Iiunstschätzen der dortigen Akademie zu 
studiren. Nach einiger Zeit kehrte er wieder in sein Vaterland zu- 
riiek und malte dort wohlgleichende Bildnisse und auch historische 
Stücke, deren sich einige 111 Herzugenbusch finden; neben andern 
eine Pallas, von Genien umringt, und der Consul Curius, wie er 
die Geschenke der Samniter verschmäht.  
Amelsfoort verfertigte auch schöne Zeichnungen, von denen ei- 
nige gestochen wurden. Wir wissen nicht, 0b sich dieser Künst- 
ler noch am Leben befindet. 
Amendola, Ferrantes, Schüler _und Nachahmer Solimenzfs, von 
dessen kühner Entschlossenheit  der Ausführung und kräftigen 
Färbung er auch vieles annahm. In der k. Gallerie zu München 
hetindet sich von ihm eine Quacksallaerbude, ein treffliches Stück. 
Er starb zu Neapel 172i, 60 Jahre alt.  
Amerigi (Merlgi), Michel Angele , genannt (1 a garrava ggio, 
von seinem Geburtsorte, einem Schlusse im Mailiindischen, gebo- 
ren 156g, gestorben 160g.   
Unter dürftigen Ümstünden geboren, sah er SlCll m Rom genö- 
thiget, bei dem Cavaliere d'Arpino, der damals einen grosseil 
Ruf genoss, um Lohn zu arbeiten. Doch folgte er den.Lehren 
seines neuen Meisters nicht, er bildete sich eine eigene Manier, 
die vielen Beifall fand, so dass ihn der Ritter bald als Nebenbah- 
ler mit nnversöhnlieher Feindschaft verfolgte. 
 Zu seiner Zeit bildeten sich zwei Partheien, von denen die eine 
den Pfad der Poesie verfolgte, aber der Einlailtlungslirait zu freien 
Spielraum gönnend, die Wahrheit ausser Augen verlor. Das Haupt 
dieser Parthei ist Cesare (PArPino, "Wenn die Maler dieser Schule 
die Natur wenig beachteten, undfeiner imaginären, ins Phantasti- 
sche sich verlierenden Darstellungsweise huldigten, so suchten die 
 der Gegenparthei eine das Geistige-wenig: beachtende Uebertragung 
des Natürlichen, so dass oft das Gemeine und nur das in seiner 
sinnlichen Bedeutung Auffallende mehr alsdas Kräftige und Wahre 
galt. Der Representant dieser Classe _1st_ Carravaggio, 
Lanzi I. 451 d. Ausg. nennt Amerigi einen merkwürdigen Künst- 
ler seines Zeitraums, weil er nach seiner Ansicht die Malerei zur 
Wahrheit zurüeltfiihrte, sowohl in dcn Formen als im Colorit, 
worin er Giorgione zum, Muster nahlll- _Allein Lanzi irrt in sei- 
ner Behauptung; Carravaggio ful'xl'li6_ die Malerei nur. zur ge- 
meinen Wirklichkeit, so wie er nur die Fehler des grossen Gior- 
gione und die durch die Zeit entstandenen Verdunl-ielungen seiner 
Gemälde nachahmte. S. von Quandfs Anrnerli. zum Lanzi. 
Es ist übrigens bei den Gritikern nur ein Urtheil über Amerigi. 
Sie sagen: dieser Künstler habe, allem guten Geschmaclw entge- 
gen, das Gewöhnliche und das Gemeine mit Absicht gesucht und 
ohne sorgfältiges Studium nur tadelnswerthe VVerke geliefert. Allein 
man übersieht hiebei das grosse Talent, welches Carravaggio durch- 
aus bewährt hat, und rechnet ihm als Schuld an, was eigentlich 
nur dem ohne Talent folgenden Haufen der Nachahmer zur Last 
fällt. Er selbst war nicht allein im Leben, sondern auch als lVIa- 
lerein Renomist, d. h. eine ungezügelte kräftige Natur, in Egn-e- 
men sich gefallend. Um der schvvächlichen Sentimentalität und 
der Charakterlosiglieit, die überhand nahm, entgegen zu wirken, 
ward ein so fest und bestimmt auftretender Widerpart erfordert, nur 
hätte er der Einzige bleiben sollen. Der Aufruf, zur Natur zu-
        

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