Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - Boe
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1707650
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1708762
Aman , 
Johann. 
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Unterricht weiter einzuleiten sei, der hernach wechselseitig in St. 
Blasien und in Freyburw Statt fanfl. 
Dem fürstlichen Woldthäter wurden als Erfolg des Fleisses und 
Eifers von Zeit zu Zeit nachstehende Bearbeitungen gemacht: 
Im Jahre 1'285 in" ein neu mit der Feder gemachtes Gross-Idolio 
lYIessbuch zu den Anfangsbuchstaben eines jeden Hauptgeäcnstan- 
des der Inhalt desselben mit Tuschfarben bildlich dargestel t. 
Im Jahre 1786 das damals entdeckte römische Bad zu Baden- 
weiler im jetzigen Grossherzogthum Baden, in Grundrissen aufge- 
nommen und in einer perspektivischen Vorderansicht dargestellt, 
welche nachher in dem Stifte Lambach in Kupfer gestochen wor- 
den sind. 
Im Jahre 1'188 die lNTalerei von 12 Fenstern in die neue Stifts- 
kirche, nach Art der alten Glassnialerei, mit Farben, deren Zube- 
reitung der dortige Frater Anton Plluger erfunden hatte. Die Vor- 
stellungen enthielten die vorziiglichsteil Lehrer der heil. Schrift 
alter und neuerer Zeit. Zugleich wurde in dieser Art das fürstlich 
Iiaunitzischc YVappen verfertiget, und dem verstorbenen Fürsten 
Staatskanzler übersendet. 
Endlich lllßllrcre perspektivisch gezeichnete Details und Haupt- 
Darstellungen aus dem Illllölfllitlßlsllßtlßll liirche. 
Dieses erwarb ihm im Stifte zweineue Gönner, den Staatshalter Mo- 
ritz Ribbele und den Professor Bertold llottler, beide nach einander 
Fürsten-Achte, bei dem fiirst- Abt selbst aber eine so günstige Mei- 
nung, dass derselbe sich bewogen fand, ihn auf Iiosten des Stiftes 
178g an die Alsadeznie zu VVien zur weiteren Ausbildung zu schi- 
clien. Als Erfolg dieses zweijährigen alaademischen Besuches vvurde 
ihm, mit Zuerkennung eines ersten Preises, ein sehr günstiges 
Attestat ertheilt, und er trat sodann seine Rückreise an. 
NVälu-eixd der Jahre 1'291 und 92 hatte er Gelegenheit bei der k. 
k. Vorder-Oesterreichischeu Baudirection in Freyburg zu practiciren, 
wo ihm die Aushauung einer neuen liirche und die Erbauung ei- 
 nes neuen Pfarrhofes anvertraut wurden, welche Bauten ihm da; 
NVohlwullen des Priisitlenteil Fhrn. von Sunnnerawwr erworben hatten. 
Der nach dem Tode des Fürst-Abtes Gerbcrt zum lfiirst-Abte 
erwählte lYIuritz Ilibbele sendete Aman zur Erlangung höherer Bil- 
dung 1'295 nach Italien. In Ruin wurden ihm durch besondere 
Begünstigung der freie Besuch und die Benutzung aller öffentlichen 
und Privatsannnlungeil von Kunstwerken, aller Bibliotheken und 
Palläste zu Üllheil. Die Anwendung in geschichtlicher, vergleichen- 
der und beurtheilender Ilinsicht geschah unter der unmittelbaren 
Leitung des Hofrathes Hirt. 
Eine 1797i dem Kardinal Galeppi zugeeignete Darstellung des 
Tempels der Vesta, im ursprünglichen Zustande, hatte in Rom eine 
so gute Aufnahme gefunden, dass A. im October desselben Jahres 
das Diplom als Ehrenmitglied der Akademie von St. Luca erhielt. 
Auch in den übrigen Hauptstädten Italiens fand er Gelegenheit 
zur Benutzung der Kunstsammlungen. 
Ausser den Fortschritten, die er im Gesammten dadurch in der 
höheru Iiunstbildting machte, und ausser der durch die in natura 
gesehenen höheren Formen und Proportionen geschärften, für alle 
liunftigexr Fälle vorbereiteten Vorstellungskraft hat er sich auch 
eine Sammlung von Darstellungen in liupfer- und Holzabdrüclten, in 
fremden und eigenen Handzeichntingeu, der meisten für die Bau- 
kunst merkwürdigen Kunstwerke Italiens eigen gemacht, die ihul 
nun, mit der Erinnerung an das Gesehene, zum Leitfaden in sel- 
nernßlestimmung dienen. Im Jahre 1795 kehrte er ins Vaterland 
zuruc .
        

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