Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - Boe
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1707650
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1708735
Avarez , 
Josä 
Don. 
hatte. Das eine stellt den Leonidas in den Engpässen bei Thermo- 
pylä vor, das andere die Heerschau des Julius Cäsar, das dritte, 
wie Cicero im Trauxne den Jupiter sah, welcher den Octavius vor 
der ganzen römischen Jugend auszeichnete, und das letztg den 
Traum des Achilles oder die Erscheinung des Patroclus. Diese un- 
gemein schön fiusgearbeiteten Basrelieis kamen jedoch wegen der 
politischen Zeituinstände nicht an Ihre lmStlflllnte Stelle, blieben in 
ihren Gypsplatten und konnten auch nicht lll die Mauer eingelas- 
sen werden, weil sie zu schwach waren. Von dieser Zeit an folg- 
ten mehrere Werke, die gleichen Beifall erhielten; denn Alvgrßz 
rang mit Eifer nach Vollendung, und zerstörte SOlbst lobensiverthe 
Arbeiten, wenn sie ihm nicht genugten; Die lllßisten entstanden 
in Rom, und darunter das vorzüglichste: die Gruppe (105 Antik). 
chusi und Memon, zwei homerische Figuren, die in den Notizie. 
del giorno 1. Octob. 1818 besonders geriihlnt werden. In diesem 
Jahre ernannte ihn der König zum Hofbildhaucr, ertheilte ihin sie- 
ben Jahre darauf die Stelle des ersten Bildhauers, zierte ihn mit 
dem bürgerlichen Ehrenlareuze, und trug ihm auf, die erwähnte 
Gruppe in lYIarmor auszuführen. Sie befindet sich jetzt in lNIadi-iti. 
Alvarez hielt sich nie lange in Madrid auf, Italien war die YViegß 
seiner Kunst; doch starb er im Vaterlande, vom Hofe und von al- 
len liiinstlern und seinen Freunden geliebt und geachtet. Es ist 
unrichtig, dass er im Blende starb, wie die Gazette de Franee vom 
11, Dec. 1827 bekannt vemacht hat. Der Künstler genoss eine reich- 
liche Pension, von welcher ein Theil nach seinem Tode auf seine 
liinterlassenen drei Söhne überging. In der erwähnten Zeitung 
wird auch irrig angegeben, dass Alvarez von Seite seiner Neben- 
buhler einen Prozess wegen der schönen Gruppe des AntilochuS 
hatte. 
Er war Mitglied der Akademie von St. Luca zu Rom und meh- 
rerer anderer. Auch wurde ihm die Ehre zu Theil, in den königl- 
Landhäusern und Pallästen die wiirdigsten Statuen und andere 
Bildwerke für das prachtvolle-Museum des Prado auszuwählen. 
Alvarez nimmt eine vorziiglichir Stelle unter _den grossen Bild- 
haucrn des Jahrhunderts ein; c1nlge_ setzten ihn Canova an die 
Seite. In seinen Werken oifenbaret sich genialische Schijpferm-aft, 
Studium der Natur, wie der klassischen Muster des Alterthums, 
edle Einfachheit, Schönheit und Mannigfaltigkeit der Charaktere, 
Correhtheit und Grossartigkeit der Formen, physiulßgisctle Kennt- 
niss der Leidenschaften, Einsicht und Geschick im Ausdruck der 
zartesten Itegungen der Seele. Aus allen spricht Leben und tie' 
fes Gefühl. 
Uebcr die Schönheit der bezeichneten halhcolossalen Gruppe und 
die philosophische Ansicht der Werke des Iiiinstlers erschien zu 
Madrid bei Perez ein eigenes Werlachen.  
Ausser den erwähnten Werken gehören noch folgende zu seinen 
ausgezeichnetsten : 
Die Statue der Königin Mutter Donna Maria Luisa. 
Die Statue der verstorbenen Iiöni in Donna Isabella. 
Der jugendliche Apollo, von der äfonliunst begeistert. 
Diana, als Göttin der Jagd, in der Stellung des Laufens. 
Ein junger Orpheus im Schlafe. 
Ein sehr schöner Amor mit einem Schwan, im Hofe des Casino 
der Iiönigin. 
Venus mit Amor, welcher einen Dorn aus ihrem Fasse zieht. 
Die Statue der Marquisin von Ariza. 
Das Grabmal derselben, welches ihr Sohn, der Herzog von Ber- 
wik auf seinem Landgute Livia entstellte. '
        

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