Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Altertum
Person:
Schreiber, Theodor
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1705290
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1705459
Etruskifche 
Olaferfcene. 
Sarkophagrelief aus Chiusi. 
VORWOR 
 die Kulfurgefchicllif des Alterthunzs bisher hinter 
  den philologifchen, hiflorifclzeit und kunjlarchiiolo- 
 gifchen Disciplinen zuruckgeßanden hat, ßnd auch 
die antiken Denkmäler, welche ein rein kulturgefchichtliches 
[ntereße haben, viel weniger beachtet worden, als diejenigen, 
welche durch kunjlgefchichtlichen Werth, durch bildlichen, einer 
Auslegung" bedürftigen Schmuck oder durch Infchrzftelz zu 
Einzelunterfuchungen angeregt haben. IIVir beßtzen aus dem 
Alterthum eine grofse Anzahl von Gegenflanden, welche dem 
Leben felbjt gedient haben und welche, fo unfcheinbar jie oft 
an fich jind, doch an Bedeutung gewinnen, fobald wir uns ihre 
finßlge Beßzmmuzzg klar machen und jie mit dem, was uns die 
Schrzftquellen überlzefern, in Verbindung bringen. Fajl keine der 
neueren Ausgrabungen geht. leer aus an kleinem Alltagsgeräth,  
ES doch oft die einzige Gabe, welche der Aermere feinen T odten 
mit ins Grab legen kann. Selbß in Gegenden, welche monu- 
mentale Refte nicht hinterlaffen haben, aus Zeiten, zu welchen 
keinerlei gejclzichtliche Ueberlzeferung zurückreicht, haben jich 
folche Anticaglien (wie man fie früher zu benennen pflegte) in 
Menge erhalten. In welcher Fülle der griechifch-römifche Haus- 
rath, die Werkzeuge des Handwerks und was alles zum Schmuck 
und zur Erhaltung des Lebens gedient hat, durch die Aus- 
grabungen in den vom Vefuv verfchutteten caznpanifchen Städten 
zu Tage gefördert worden ift, kann nur die Bejichtzgung des 
Neapeler Mufeums lehren; denn weder Publikationen, noch 
Kataloge sind im Stande davon eine annähernde Vorflellzcng 
zu geben.  
Diefen ganzen Reichthzcrlz in einer einzelnen Sammlung zu 
erfchoffeiz, wurde eine unmögliche Aufgabe fein. Wie eine 
kunftzge Kulturgefchichte des Alterthums einmal die Summe un f eres 
IIViffens vam materiellen und gegftzgen Leben der Alten zu ziehen 
haben wird,  eine umfajfende, nichts Wefentliches iibergehende 
Erläuterung desfelben aus den Denkmälern eine Aufgabe der 
Zukunft, welcher jetzt noch die grofsten Schwierigkeiten im 
Wege jtehen. Als ein erfter Verfuch aus dem weithin zer- 
fplitterten, mannigfachen Material das Wichtzgße herauszu- 
greifen, hatte fich die vorliegende Sammlung zunächß engere 
Grenzen zu jtecken. Sie hatte nicht den Nachdruck auf Selten- 
heiten und Seltfanzkeiten, auf das noch Unbekannte und Uner- 
klärte zu legen, nicht die Abßcht, nur eine Ergänzung zu bereits 
vorhandenen Publikationen zu liefern, vielmehr die Aufgabe, 
die Vielfeitzgkeit der elafßfchen Kultur auch in den Denkmälern 
zur Anfchauung zu bringen, dasjelbe Gebiet mäglichft allfeitzg 
zu beleuchten und durch überfichtlzche Zufammenßellungen das 
unmittelbare Verftazidnifs zu erleichtern. Um diefes Princip 
durchführen zu können, war es nöthzg, mitunter auch Abbil- 
dungen aus zweiter Hand zu übernehmen, fobald fie nur im 
fachlichen Detail zuverlafßg _waren, es mufsten gelegentlich 
Einzelheiten aus größeren ßarflellungen herausgegrgfen und 
eine gewiffe Durchfchnittsgrofse der Abbildungen eingehalten 
werden, die es erlaubte, eine größere Anzahl gleichartiger 
Objekte auf einer Tafel zu vereinigen.  
Wo es aber irgend anging, wo die Wichtigkeit des Gegen- 
jlandes es empfahl, eine völlig zuverlaffige Darftellung an 
Stelle einer älteren [ungenügenden Publikation zu befchaßen,  
die Abbildung nach photographifchen Vorlagen neu angefertigt 
worden; und man wird finden, dafs dies in jehr vielen Fällen 
gefchehen  Die Inedita, welche in diefer Sammlung zum 
erflen Mal bekannt gemacht werden, ßnd am Schlafs des Textes 
verzeichnet worden. [n den übrigen Fallen jind die Abbildungen 
direkt aus den beften Publikationen heriibergenommen, foweitjie 
dem Herausgeber bekannt und erreichbar waren. Wenn einige 
derfelben gleichwohl in einer oder der anderen Hinßcht mangeL 
hajZ erfcheinen sollten, fo möge man dies damit entfchuldzgen, 
dafs es unmöglich war, überall auf die Originale jelbjt oder 
photographifche Nachbildungen zuriickzugehen und dafs es ge- 
nagen mufs, wenzgjtens die Quelle der Abbildung und den Ort 
des Bildwerkes genau zu wißen. Um noch mehr zu geben, jind 
die Unterfehriften häußg mit literarifchen Nachwezfungen ver- 
jehen worden, welche den weiter Forfchenden in den Stand 
fetzen werden, die Einzelheiten der betreffenden Darftellung 
in genauen Katalogbejfchreibungen zu controlliren. Auch nach 
diefer Richtung hätte vielleicht manche Notiz nachgetragen 
werden können, obgleich in vielen Fallen die Unterfchrißten, die 
ein gewzßes Maß" nicht überfchreiten durften, abjiehtlich kürzer
        

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