Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Altertum
Person:
Schreiber, Theodor
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1705290
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1705548
GEXVERBE. 
Gewerbe. 
H. Blümner, Technologie und Terminologie der Gewerbe und Künfte bei Griechen 
und Römern. 3 Bde. Lpz. 1875-84. 
Dmfelbe, Das Kunftgewerbe im Alterthum. Aus: Das Wiffen der Gegenwart. 
Bd. XXX u. XXXII. 
Y, Marquardt, Das Privatleben der Römer. Thl. II_ Lpz. 1882.  
Die verfchiedenen Berufsthätigkeiten des Alterthums werden 
uns in den Denkmälern fo ausführlich gefchildert, und die Anfor- 
derungen, die {ie an das Verftändnifs des Befchauers ftellen, find 
oft fo complicirt, dafs fich eine eingehendere Erläuterung an diefer 
Stelle von felbfl verbietet. Manche Bilder werden jedoch auch 
ohne Commentar in allen Einzelheiten unmittelbar verftändlich fein. 
Leben und Thätigkeit des Landmanns, des Fifchers veran- 
fchaulichen die Bildwerke auf Tafel LXIII-LXV. Den Fifchreich- 
thum des Mittelländifchen Meeres macht das Mosaik LXIH, 1 
deutlich. Die Schwalbe als Bote des Frühlings freudig begrüfst 
LXIV, ro.  
Wein und Oelkultur und Handel: Tafel LXV und LXVI. 
Gefäfs zufammen gegoffen und durch Cifelirung nachgeholfen LXXII, 
5. 6 (Silberfchaale von Caftro Urdiales aus römifcher Zeit).  Ge- 
ftanzte Arbeit. Mit Hohlformen wird in das dünne Gold- oder 
Silberblatt das Ornament eingedrückt oder letzteres auf die Form 
gelegt und eingeprefst. S0 flnd die Granitformen von Mykenae zur 
Herflellung des (nicht wirklich gebrauchten) Todtenfchmuckes be- 
nutzt worden LXX, 8 u. 9. Nur der gröfste, auf LXX, 10 
eingetiefte Gegenftand fcheint auf Vollgufs berechnet zu fein. 
 Getriebene Arbeit. Das Relief wird mit Hammer und Bunze 
aus dem Metallblech von rückwärts emporgefchlagen. Häufig wird 
durch Gravirung die Zeichnung weiter ausgeführt. Beifpiele geben 
der Bronzeeimer aus Bologna LXX, 1, der Bronzegürtel aus Euboea 
XXXVIII, ro, die Beinfchienen XXXIV, 6. 7, die Silbervafe aus 
der Krim LXXX, 5, der römifche Vifirhelm XLIII, 17-19, das 
Cohortenzeichen XLII, I. 3. Von höchfter technifcher Vollendung 
der griechifche Becher aus Ithaka LXX, 3. Hervorragende Figuren 
oder Figurentheile werden oft für froh gearbeitet und angelöthet, fo 
an dem balteus XL, I4, an den Gladiatorenwaffen XXVIII, 6. 7 und 
an dem hellenißifchen Silberbecher XXV, r. 2. Lötheifen LXIX, 
14.  Das opus interralile. Der Reliefgrund der Metallplatte 
wird ausgefchnitten und letztere auf einen Gegenftand aus anderem 
Material aufgelegt, welches mit feiner eigenen Farbe zu dem Metall 
contrastirt. S0 der mit ausgefchnittenem Silberblech umzogene, in 
einem Grabe bei Tillis gefundene Kantharos aus dunklem, violett- 
rothem Glas LXX, 2, die fogen. Cifta Caflellani aus Holz mit 
Silberblech bekleidet LXX, 7.  Eingelegte Arbeit XXXIV, 2. 
LXX, 5. 6.  Filigranarbeit, z. B. LXXXI, 2, 3 (etruskifch), 
LXXXIII, I3 (römifch). Ueber antike Schmuckfachen f. unter 
Frauenleben.  
(Paris vor Hera, Athena und Aphrodite) war einit durch Male] 
noch mehr hervorgehoben, reich vergoldet und bemalt auch d 
Holzfarkophag Fig. r. 2. 8. Für die Aufhellung desfelben v, 
XCV, 1. Das Ferculum der T ifchlerinnung auf dem pompejanifchi 
Wandgemälde LXXIV, 5 enthält rechts, die Figuren von Daedalt 
dem Patron der Tifchler, und dem durch ihn aus Künftlerne 
getödteten Perdix oder Talos, in der Mitte zwei fägende und ei: 
hobelnde Eigur und links die halb zerftörte Statuette der Athei 
mit ihrem Schild. 
Zur Aufbewahrung dienen theils thöneme, in die Erde eingelaffene 
Gefäfse von beträchtlichem Umfang LXVI, 1, theils Holzfäffer 
LXVI, 7 oder kleinere, für den Export taugliche Amphoren (älteres 
Beifpiel aus Attika XXV, 3; die Haupttypen der helleniltifchen 
Zeit LXV, rr; römifche Formen LXV, 8. 9, ro), dann aber auch 
nach alter Sitte inwendig ausgepichte Schläuche LXVI, 10. 13, 
Zu B äcker und Fleifcher führen uns die Darfiellungen auf 
Tafel LXVII. Fig. 7 das Grabmal des Brodfabrikanten M. Ver- 
gilius Euryfaces vor Porta Maggiore in Rom, mit cylinderartigen 
Mörfern im Unterbau und einem die Brodfabrikation darflellenden 
Relieffries, daraus frnd Fig. 9 und 12 entnommen. Getreidemühle 
durch Pferdekraft getrieben Fig. 6. ro, fonit von Menfchen, die 
Einzelheiten derfelben Fig. 4. 5. In der pompejanifchen Bäckerei 
Fig. 2 liehen fie ganz dicht bei einander (Zimmer 15, bbb). 
Tafel LXVIII iil. den Proceduren der Keramik gewidmet. 
Wir fehen das Formen, Bemalen und Brennen der Gefäfse und die 
erhaltenen Brennöfen von Heiligenberg und Caftor. Man beachte 
die Vorzeichnung Fig. 7 zur Ausfüllung des Hintergrundes bei den 
rothtigurigen Vafenbildem, bei denen die Figuren nicht, wie in der 
älteren fchwarzfrgurigen Technik, aufgemalt, fondem ausgefpart werden. 
Tafel LXIX zeigt die Thätigkeit des Putzmaurers (Fig. r 
u. 5), des Steinmetzen (Fig. 2-4) und des Schmieds (Fig. 
6 u. 7, dazu LXXI, 1). Grabllein eines Bl-echfchmieds LXXI, 2. 
Verkaufsltand eines folchen LXXXVIII, r. Mefferfchmied LXXI, 3. 
Auf die Goldfchmiedetechnik beziehen {ich Tafel LXIX, 
8-19 und Tafel LXX. Die Geräthe des Toreuten LXIX, 8-19. 
Der Grabftein LXX, 4 {tellt den Verftorbenen, einen aurifex, dar, 
wie er eine Goldplatte dünn hämmert. Die verfchiedenen Proce- 
duren der Herftellung von Geräthen aus Edelmetall und Bronze 
lind  Voll- und Hohlgufs. Die Verzierungen können nachträg- 
lich eingravirt werden. Dies iPt das gewöhnliche Verfahren für 
Diskosfcheiben XXII, 11. 15, griechifche und etruskifche Spiegel 
LXXXIII, 2. 3. Ebenfo die griechifchen Helme (aus chalkidifcher 
Fabrik) XLIII, 9. rr. Oder der Relieffchmuck wird mit dem 
   
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Tafel LXXI, 5--9 und LXXII, r enthalten auf Gerberei 
und Schufterei bezügliche Denkmäler, darunter das Vafenbild 
aus Orvieto LXXI, 6, eine Schufterwerkflätte mit dem Meifter am 
Arbeitstifch, auf welchen frch ein junges, von ihrem Vater beglei- 
tetes Mädchen geflellt hat, um frch Mafs zu einer Sandale (deren 
eine unter dem Tifch liegt) nehmen zu laffen. Ein Schulter auf 
dem Forum feine Waaren feilbietend LXXXVIII, 5. 
Tafel LXXII: Körperpflege und Heilkunde, Haar- 
fcheeren Fig. 2. Das halbmondförmige Rafrrmeffer (Sygöv) Fig. 3. 
Chirurgifche Geräthe gebraucht man fchon verhältnifsmäfsig früh- 
zeitig, fo den Schröpfkopf: auf dem Grabrelief des Arztes Iafon 
Fig. 4 rechts neben dem kranken Knaben und zweimal auf dem 
Votivpoftament vom Asklepieion zu Athen Fig. ro. Ein chirur- 
gifches Belleck von einem römifchen Grabrelief Fig. rr. In der 
römifchen Zeit pflegte man aus den Heilbädern zur Erinnerung 
Schaalen, Becher und Flafchen mit Darftellungen der Heilquelle oder 
des Seebades mitzunehmen: Silberfchaale von Caftro Urdiales Fig. 
5. 6, Glasvafe von Piombino Fig. 12. Zur Erklärung der letzteren 
Darllellung frnd die Bemerkungen der Einleitung zu vergleichen. 
Tafel LXXIII und LXXIV, r -ro. Zimmerei und Tifch- 
lerei. Die auf Tafel LXXIII abgebildeten Tifchlerarbeiten aus 
der Krim ftammen, wie die bMehrzahl der dalfelbft gefundenen 
griechifchen Kunilprodukte, vermuthlich aus Athen. Die Conturen- 
zeichnung auf den Fournirhölzern aus Buchsbaum Fig. 4 u, 5 
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Vign. 8 a und b. Dreifufsvafe aus Tanagra. A. Z. 188x. Taf. 4. 
Tafel LXXIV, 11-14 und LXXV. Weberei und Wa 
kerei. Erfi in jüngiler Zeit frnd wir in die Lage gekomme 
über die textilen Fabrikate der Alten auch nach den Original 
felblt und nicht blofs nach den fchriftlichen Angaben und den D: 
{lellungen auf Bildwerken urtheilen zu können. Die in aegyptifch 
Gräbern ganz neuerdings in grofsen Mengen entdeckten Gewe 
und Stickereien find noch unpublicirt, fre fmd aber beträchrli 
jünger im Vergleich zu den Geweben, die fich in Gräbern d 
Krim im Gebiet des alten Pantikapaion erhalten hatten und jei 
in Petersburg aufbewahrt werden. Von diefen reicht die grol
        

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