Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Textbuch zu Th. Schreibers kulturhistorischem Bilderatlas des klassischen Altertums
Person:
Bernhardi, Kurt
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1701022
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1702220
schlossene Familienleben eifrig pflegende Eigenart des 
römischen Volkes die Vorstellung eigener Schutzgott- 
heiten des Hauses und der Familie aus, die unter den 
Namen des Genius familiaris und der beiden Laren (com- 
pitales) in jedem frommen Hause eine regelmäßige Ver- 
ehrung fanden. Der erstere  auch der Lar fami- 
liaris genannt, galt für den iGeist des Ahnherrn der 
Familie, von dem man erwartete, dafs er für alle Zukunft 
als Schutzgeist für die Erhaltung derselben wirken werde. 
Zu ihm gesellten sich die zwei Lares compitales, ur- 
sprünglich die heiteren Schutzgötter sich kreuzender Stra- 
fsen (18, 4, 7), welche die Bewohner des Stadtteiles oder 
die Nachbarn überhaupt an diesen Mittelpunkten des 
Verkehres alljährlich durch ein mit fröhlichen Gelagen 
verbundenes Fest zu feiern pflegten. Als dann aus den 
Schutzheiligen des Stadtviertels die Schutzgeister des 
Hauses wurden, behielt man sowohl die Zweizahl der 
Gottheiten, die sich auf die Zweizahl der zu beschützenden 
Strafsen bezogen hatte, als auch den heiteren Charakter 
ihrer bildlichen Darstellungen bei, der an die fröhliche 
Ausgelassenheit jener Volksfeste erinnerte. Mit einem 
kurzen Untergewande bekleidet, das leichte Mäntelchen 
anmutig über die Schulter geworfen, in der einen hoch 
erhobenen Hand das gefüllte Trinkhorn, in der anderen 
das kleine Trinkeimerchen, die Situla, scheinen sie in 
heiterer Tanzbewegung begriffen (17,9; 13, 4, 6) und 
bilden so einen wirksamen Gegensatz zu dem ernsten, 
langgewandeten, mit verhülltem Haupte opfernden Genius 
familiaris, der in den bildlichen Darstellungen der Haus- 
götter seinen Platz in der Regel in ihrer Mitte findet 
 Ihnen als den Bringern fröhlichen Gedeihens 
im Hause wurde täglich ein Teil der Mahlzeit nebst dem 
unentbehrlichen Salze dargebracht, eine Sitte, die sich 
bis in die letzte Zeit des Heidentunies erhielt, während
        

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