Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Textbuch zu Th. Schreibers kulturhistorischem Bilderatlas des klassischen Altertums
Person:
Bernhardi, Kurt
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1701022
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1702104
 
Kultus. 
Die Kultgebräuche waren der einzige festste- 
hende Bestandteil der antiken Religion. Der Teil 
der letzteren, welcher dem Hauptinhalte des dogmatischen 
Lehrgebäudes anderer Religionen entsprechen würde, 
die Kunde von dem Wesen der Götter, die Erzählungen 
von ihren Thaten und Schicksalen, war bei dem Mangel 
heiliger Bücher oder feststehender mündlicher Überliefe- 
rung in beständigem Flusse begriffen. Die vereinzelten 
Bemühungen der priesterlichen Traditionen, hier und 
dort den Kern eines Mythos rein zu erhalten, waren 
von geringem Erfolge begleitet. Jedes neue Geschlecht 
nahm für sich das Recht in Anspruch, die von den 
Vätern überkommenen Sagen umzugestalten, jeder Dichter 
hielt es für seine Aufgabe, sie nach der sittlichen oder 
poetischen Seite hin weiterzubilden. Die Formen der 
Gottesverehrung dagegen blieben durch die Jahrhunderte 
hindurch die gleichen. Glauben durfte man von den 
Göttern, was man Wollte, im Verhalten gegen sie aber 
war keine Abweichung von den überlieferten Gebräuchen 
gestattet. Die unbedeutendste Verletzung einer rituellen 
Satzung wurde mit den strengsten Strafen geahndet,
        

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