Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Textbuch zu Th. Schreibers kulturhistorischem Bilderatlas des klassischen Altertums
Person:
Bernhardi, Kurt
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1701022
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1701835
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Theaterwesen. 
verrät wenig Zartgefühl auf seiten des Sklaven, dafs 
dieser ihn gerade hier anpackt. Übrigens ist man am 
Ziele; schon hat oben Xanthias Reisehut, Gepäck und 
Tragholz niedergelegt. Rechts schauen Nymphen (NY- -AI) 
als die Gottheiten der Gegend dem Vorgange aufmerk- 
sam zu. Es ist also Wohl ein Badeort, an Welchem die 
Heilung erfolgen soll. Der nicht karikierte Jüngling ist 
entweder ein Schüler des Chiron, den er auf seiner 
Reise begleitet hat, oder aber Vertreter des Theaterpubli- 
kums. In letzterem Falle Würde die Treppe die von 
der Orchestra nach der Bühne hinaufführende sein; im 
andern Falle haben wir in dem Baue das Badehaus zu 
erkennen. 
I2. Satyrspiel. Papposilen, der keinen Ödipusver- 
stand besitzt, vermag das Rätsel der Sphinx nicht zu 
lösen. Um nicht in den Abgrund gestürzt zu werden, 
sucht er nun das Ungeheuer durch Anbieten eines 
Vogels zu versöhnen oder er macht ihm gar eine Liebes- 
erklärung- Denn durch Schenkung zahmer Vögel suchten 
Liebhaber die Gunst ihrer Damen zu gewinnen. Die 
Bedeutung der Schlange ist unklar. Ein Sphinx betiteltes 
Satyrspiel dichtete unter anderen Äschylus als letztes 
Stück einer die Ödipussage behandelnden Tetralogie. 
Gefunden in St. Agata de' Goti. 
I3. Unteritalische Posse. Daidalos d. i. Hephäst, 
Hera (IfIrlPA) und Enyalios (ENEYAJIIOS) d. i. Ares. 
Um sich an seiner Mutter zu rächen, welche ihn als 
Knaben aus Scham über seine häfsliche Gestalt vom 
Olymp in den Ozean geworfen hatte, schenkte Hephäst 
ihr einen goldenen Thron, der die Eigenschaft hatte, 
den Daraufsitzenden mit unsichtbaren Fesseln festzuhalten. 
Als Hera auf demselben gefangen safs, versuchte Ares 
seinen Bruder durch Waffengewalt zur Lösung der Bande 
zu zwingen. Die Kampfesszene stellt unser Bild dar.
        

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