Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Textbuch zu Th. Schreibers kulturhistorischem Bilderatlas des klassischen Altertums
Person:
Bernhardi, Kurt
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1701022
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1701792
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Theaterwesen. 
tragischen, ist feige genug, nicht selbst die Bestattung 
des gefallenen Bruders vorzunehmen, sondern hat einem 
als Mädchen verkleideten alten Diener das Geschäft auf- 
getragen. Dieser von Schergen ergriffen und vor König 
Kreon geführt, sucht sich dadurch zu retten, dafs er die 
Mädchenmaske herunterreifst. Gefunden in St. Agata 
de' Goti. 
9., im Atlas irrtümlich 7. Tragischer Schauspieler. 
Diese Elfenbeinfigur stammt vermutlich erst aus später 
Zeit, ist aber wichtig Wegen der genauen Wiedergabe 
der Gewandung. Der Schauspieler ist in verhältnismäßig 
starker Bewegung. Die mafsvolle Haltung des rechten 
Armes entspricht der Schauspielerregel der Alten, die 
spielende Hand nicht über die Augen zu erheben und 
nicht unter die Brust zu senken. Den Rücken bedeckt 
ein Mäntelchen, von welchem ein Teil unter dem rechten 
Ellenbogen und am linken Schenkel zu erkennen ist. Die 
Maske hat auffallender Weise breite Augenhöhlen, wäh- 
rend gewöhnlich nur die Stelle für die Pupille offen 
war, 5,5; 6, 8. Die Figur ist schwerlich weiblich. Ob 
ein König? Die abgebrochene Linke hielt vermutlich 
ein Abzeichen. 
IU. Ein Schauspieler mit Schwert und Szepter, den 
Zeichen seiner Königswürde. Eine Tafel, auf der eine 
Maske gemalt oder als Relief gebildet ist, soll zur Er- 
innerung an einen Sieg als Weihgeschenk aufgestellt 
werden. Eine sinnbildliche weibliche Gestalt, Wohl eine 
Muse, schreibt die hierauf bezügliche Inschrift. Die über 
die Tafel gehängten Binden deuten ebenfalls auf den 
Sieg. Die Bedeutung der im Hintergrunds mit einer 
Stange dastehenden, anscheinend dienenden Person ist 
unklar. Vielleicht soll die Tafel an der Stange befestigt 
werden.
        

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