Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Textbuch zu Th. Schreibers kulturhistorischem Bilderatlas des klassischen Altertums
Person:
Bernhardi, Kurt
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1701022
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1701640
Theaterwesen. 
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wärtiger Zustand uns ein hinreichend getreues Bild der 
alten griechischen Bühne bewahrt hätte.  
Als weitere Neuerung ist die Einführung eines Vor- 
hanges zu verzeichnen. Derselbe wurde beim Beginne des 
Stückes in den Unterbau hinabgelassen und nach dem 
Schlusse der Aufführung wieder heraufgezogen. 
Die Überlegenheit der Römer in der Technik des 
Hochbaues ermöglichte es ihnen auch, die Zuschauer- 
räurne des Theaters unmittelbar vom ebenen Erdboden 
aus ohne Anlehnung an einen natürlichen Hügel oder 
Aufschüttung eines künstlichen zu erbauen. Endlich gab 
man kleineren Theatern ein festes Dach (1, z), Während 
man gröfsere durch Zeltdächer vor den Unbilden der 
Witterung zu schützen suchte. Von der Art, wie die 
letzteren angebracht wurden, giebt uns die Abbildung 
des Amphitheater-s 27,4 eine Vorstellung. 
Den Gebrauch der Masken kannte anfangs die rö- 
mische Bühne nur für gewisse einheimische Volkspossen, 
bei deren Darstellung die mitwirkenden römischen Biir- 
ger das Recht hatten, sich einer Vermummung zu be- 
dienen. Für die nach griechischem Vorbilde gedich- 
teten Dramen jedoch begnügte man sich, um die Ver- 
schiedenheit der Rollen nach Alter und Geschlecht an- 
zudeuten, mit der Bemalung des Gesichtes und Anwendung 
verschiedenartiger Perücken. Da die Zahl der Schau- 
spieler nicht wie im griechischen Theater beschränkt 
War, bedurfte man der Masken nicht zu dem Zwecke, 
einen raschen Wechsel der Rollen zu ermöglichen. 
Erst später, als mit der wachsenden Theaterlust gröfsere 
Zuschauerräume sich nötig machten, griff man zur Ein- 
führung der Masken, haüptSäChliCh wohl, um die Stimme 
der Schauspieler in allen Teilen der weiten Räume ver- 
nehmbai" zu machen. Roscius, der Freund und ältere 
Zeitgenosse Ciceros, war es, der diese Neuerung auch
        

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