Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Textbuch zu Th. Schreibers kulturhistorischem Bilderatlas des klassischen Altertums
Person:
Bernhardi, Kurt
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1701022
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1704879
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Trachte 
breiteten Toga im wesentlichen die „eines durch einen 
schräg laufenden Querschnitt am oberen Ende abgekapp- 
ten Lzunpenschirnies" gewesen sei. Beim Anlegen des 
Gewandes warf man zunächst das eine Ende von hinten 
über die linke Schulter und zwar so, dal's es am vor- 
deren Körper herab bis auf den Boden reichte. Den 
Rest des nach hinten fallenden Stückes zog man sodann 
unter dem rechten Anne durch nach vorn und warf das 
Ende über die linke Schulter. Die Art des Umlegens 
war also im Grunde dieselbe wie beim griechischen 
Hilnation, nur dafs die Toga infolge ihrer gröfseren Stoff- 
mnsse den Körper vollständiger einhüllte und sowohl 
vorn als hinten bis auf die Füfse hinabreichte. Dem 
hierdurch entstehenden schweren Faltenwurf gab nun 
dadurch das Aussehen noch gröfserer Fülle, dal's man 
das von der linken Schulter nach vorn herabfallende 
Gewandstück unter dem Bausch, dem sogenannten Sinus, 
welcher durch Freilassung des rechten Armes entstand, 
ein Wenig hervorzog und über den oberen Rand des 
Bausches fallen liefs, wie es 85, 1o besonders deutlich 
sehen läfst. Freilich war die Art des Umlegens nicht 
zu allen Zeiten dieselbe. Die älteste Mode, die Toga 
zu tragen, liefs für die Bewegung des rechten Armes 
nur einen sehr geringen Spielraum (85, 8), wodurch die 
Tracht den Charakter ernster Schlichtheit gewann. Später 
erweiterte man den Bausch (85, 9), bis endlich in der 
Kaiserzeit der kunstvolle Faltenwurf gerade dieses Teiles 
des Gewandes den Schein reichster und freiester Fülle 
gewährte (85, 10). 
 Die römische Frau trug eine bis auf die Füfse 
herabreichende Tunika, die sogenannte Stola, welche 
unserem modernen Frauenkleide ziemlich ähnlich sah, 
und als Obergewand in älterer Zeit ebenfalls die Toga, 
später meist die Palla, ein Gewand, das in der Art
        

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