Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Textbuch zu Th. Schreibers kulturhistorischem Bilderatlas des klassischen Altertums
Person:
Bernhardi, Kurt
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1701022
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1704848
Trachten. 
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(vgl. die Königstracht 81,1), während es als Kriegs- 
kleid und von niedrigeren Bürgern auch im Frieden in 
kürzerer Form getragen wurde. Die bildende Kunst gab 
den längeren Chiton in Anlehnung an menschliche Ver- 
hältnisse auch den vornehmeren unter den Göttern (Po- 
seidon 15, I9)- 
Zu diesem linnenen Untergewande wurde sodann 
noch ein wollener Mantel hinzugefügt, der aus einem 
oblongen Stücke Zeug bestand und sowohl in der Weise 
angelegt werden konnte, dafs er über den Rücken ge- 
breitet und die beiden oberen Zipfel gleichmäßig über 
beide Schultern nach vorn gezogen wurden (nach Art 
der Mantille 84, 10), als auch so, dafs das eine obere 
Ende auf die linke Schulter gelegt, darauf der Mantel um 
den Rücken gezogen, sodann unter dem rechten Arme 
weg oder auch über die Schulter hin (vgl. 20, 8; 68, 7) um 
die Brust gebreitet und das andere obere Ende über die 
linke Schulter nach hinten geworfen wurde (vgl. 69,6; 
31,1,2 u.  Eine Nestelung war nur nötig, Wenn leb- 
haftere Bewegungen des Körpers vorgenommen werden 
sollten. Doch zog man es in diesem Falle vor, das 
Obergewand ganz abzulegen. 
Dieses Obergewand, die Chlaina, oder, wie es später 
hiefs, das Himation, behielten die Griechen in aller Zeit 
bei, zogen aber in der klassischen Periode die zweite 
Art des Urnwnrfes vor. Junge Männer trugen anstatt 
dieses die freie Bewegung hemmenden Mantels auch ein 
kleineres, ovales Gewandstück, das am Hals oder auf 
der Schulter mit einer Spange zusammengehalten wurde. 
Dies Gewand nannte man Chlamys  Kleine, an 
die Zipfel angenähte Gewichte aus Blei oder Thon legten 
das leichte Gewand in straffere Falten (ebenda). 
In Betreff des Chiton aber vollzog sich in der Zeit 
der Perserkriege eine Änderung, indem man zwar die
        

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