Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Textbuch zu Th. Schreibers kulturhistorischem Bilderatlas des klassischen Altertums
Person:
Bernhardi, Kurt
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1701022
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1701628
Theatervresen. 
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kraft auf dem Gebiete des Dramas mehr und mehr er- 
lahmte und man sich immer häufiger mit der Aufführung 
alter, besonders sophokleischer und euripideischer Dramen 
begnügte, schlossen sich die Schauspieler zu Gesell- 
schaften, den sogenannten Genossenschaften dionysischer 
Künstler, zusammen, die ihren Vereinigungspunkt aufser 
in der Gleichheit ihres Berufes auch in der Gemeinsam- 
keit ihrer unter der Leitung selbstgewählter Priester voll- 
zogenen religiösen Übungen fanden. Von diesen Ge- 
sellschaften Wurden die Gemeinden, welche bei festlichen 
Veranlassungen dramatische Aufführungen beabsichtigten, 
auf ihr Ersuchen mit den nötigen schauspielerischen 
Kräften und zuweilen auch mit der szenischen Ausstattung 
versehen. 
Eine selbständige Nachblüte erlebte die dramatische 
Dichtkunst nur noch in ßilexandria, dem Mittelpunkte 
griechischer Bildung in der Zeit der ersten Ptolemäer. 
Hier fand sich ein Kreis tragischer Dichter zusammen, 
Welchem unter andern auch Philiskos (5, 4) angehörte, 
der selbst als Priester des Dionysos der dortigen Schau- 
spielergesellschaft vorstand. 
Es bleibt übrig, noch einiges über die besondere 
Einrichtung des römischen Theaterwesens hinzuzufügen. 
Da im römischen Drama die Verwendung des Chores 
noch in höherem Grade als in dem der spätgriechischen 
Zeit beschränkt War, verzichtete man, völlig auf einen 
besonderen Tanzplatz für denselben, indem man, wie 
schon bemerkt, die Orchestra mit für die Sitzplätze ver- 
wertete, nachdem man ihre Ausdehnung auf einen Halb- 
kreis beschränkt hatte. Auch sonst zeigt sich das Be- 
streben, die Räume möglichst für weitere Vermehrung 
der Sitzplätze auszunutzen. So wurde der im grie- 
Chischen Theater offene Raum .,über der Einzugspforte 
des Chores zwischen der Abschlufswand des Zuschauer-
        

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