Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Textbuch zu Th. Schreibers kulturhistorischem Bilderatlas des klassischen Altertums
Person:
Bernhardi, Kurt
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1701022
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1701574
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Theaterwesen. 
weilen auch Masken, deren izwei Seiten verschieden- 
artige Stimmungen zum Ausdrucke brachten, so dafs der 
Schauspieler, um den Wechsel seiner Empfindung zu 
veranschaulichen, sich nur nach einer andern Seite zu 
wenden brauchte  eine Einrichtung, die sich 
für die Zwecke der Komödie trefflich verwerten liefs. 
Zur weiteren Erklärung des Gebrauchs der Masken 
mufs auch daran erinnert werden, dafs auf der alt- 
griechischen Bühne, ebenso wie auf der shakespeareschen, 
die Frauenrollen durch Männer gegeben wurden, sowie 
dafs dem Dichter für sämtliche Rollen eines Stückes nur 
drei Schauspieler zur Verfügung standen, so dafs oft der 
eben abgetretene sofort in einer ganz verschiedenartigen 
Rolle wieder auf der Bühne erscheinen mufste. Ohne 
Anwendung der Masken wäre eine rasche Verwandlung 
etwa einer Greisenrolle in eine Jünglings- oder Mädchen- 
rolle kaum denkbar gewesen. Mit Hilfe der Masken aber 
war dies in einem Augenblicke möglich. Denn man 
brauchte aufser dem Wechsel der Maske nur noch etwa 
eine Vertauschung des Oberkleides und der Abzeichen 
vorzunehmen, um sofort wieder in einer andern Rolle 
auftreten zu können. Ja, es war bei dieser Einrichtung 
sogar möglich, dieselbe Rolle unter verschiedene Schau- 
Spieler zu verteilen. In solchen Szenen nämlich, in welchen 
eine stumme Rolle vorkam, konnte sich der Schauspieler 
durch einen einfachen Statisten, der seine Verkleidung 
übernahm, vertreten lassen. Dies war notwendig in 
Fällen, wo die verfügbaren drei Schauspieler anderweit 
beschäftigt waren, und empfahl sich wohl auch sonst, 
damit die Kräfte der Schauspieler geschont würden. 
Endlich kam der Gebrauch der Masken, soweit es 
sich um die Tragödie handelte, einem Bedürfnisse entgegen, 
welches in einer Vorstellung des hellenischen Volks- 
glaubens wurzelte. In der Poesie nämlich wie in der
        

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