Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Textbuch zu Th. Schreibers kulturhistorischem Bilderatlas des klassischen Altertums
Person:
Bernhardi, Kurt
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1701022
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1704082
T afel XLVIII. 
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unbeachtet gelassen haben. Indes vermeiden sie doch in 
der Regel seine Anwendung, vielleicht weil er in das 
System ihrer herkömmlichen Bauweise sich nicht fügte. 
Ausnahmen finden wir bei den Akarnanen, die diese 
Technik vermutlich von den Italikern gelernt haben, 
49,5, vgl. Fig. 10. In der Regel wandte man andere 
Mittel an, um weite Maueröffnungen zu überdecken. Die 
einfachste Art bestand in dem Schliefsen durch eine Stein- 
platte. Fig. 6 zeigt dieses System insofern vervoll- 
kommnet, als man hier, um nicht eine zu grofse Stein- 
platte verwenden zu müssen, die Öffnung durch einige 
überkragende Steine verengte und dann erst die Deck- 
platte auflegte. Fig. 7 zeigt dasselbe System soweit fort- 
geführt, bis sich die überkragenden Steine berührten, 
so dal's man keiner eigentlichen Deckplatte bedurfte. Es 
sind bei diesem Thore sodann die vorstehenden Ecken 
der überkragenden Steine abgeschrägt, vgl. 49, 2. Eben- 
falls durch Überkragung, aber ohne Abschrägung ist die 
Bedachung einer Grabkammer hergestellt 95, I; vgl. 
die höchst originelle Dachbildung 53,1,2. Das Thor zu 
Oiniadae Fig. 10 ist durch zwei überkragende Steine und 
eine Deckplatte gebildet. Doch sind hier die ersteren 
halbkreisförmig ausgehöhlt, so dafs ein sogenannter falscher 
Bogen entsteht. Fig. 9 endlich ist die Deckung durch 
zWei schräg gegeneinander gelagerte Steine bewerkstelligt, 
vgl. 11, I. 
3. Die Steine der Mauer laufen in fast parallelen 
Reihen übereinander. Die Stofsiiächen sind noch ganz 
unregelmäßig gearbeitet. Mörtel ist nicht angewendet. 
Der kolossale 4,50 m lange und 2,40 rn breite Deck- 
stein des Thores ist durch ein Dreieck entlastet, welches 
über ihm von den Steinen der Mauer freigelassen (vgl. 
Fig- 7) und nur durch eine nicht sehr starke Bildplatte 
ausgefüllt ist; sie trägt das alteste monumentale Relief, 
Bernhardi, Textbuch zu Schreibers Bilderatlas. 18 
        

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