Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Textbuch zu Th. Schreibers kulturhistorischem Bilderatlas des klassischen Altertums
Person:
Bernhardi, Kurt
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1701022
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1703931
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Städtebau. 
Mykenä 48,8. Es wurde durch einen grofsen hölzernen 
Riegelbalken geschlossen, den man aus der Burgmauer 
herauszog und bis in die gegenüberliegende Palastmauer 
verschob. Der Eintritt in den Palastraum selbst erfolgte 
durch einen mächtigen Thorbau T1. Er bestand aus der 
eigentlichen Thorwand, einer Vor- und einer Hinter- 
halle. Die das Dach der Halle stützenden Säulen waren 
wie die Endpfeiler der Mauer (Parastaten) aus Holz her- 
gestellt. Um das Verfaulen des letzteren zu verhindern, 
waren die Säulen auf niedrige Steinbasen gestellt, die 
Parastaten aber auf grofse Steinblöcke, welche vermöge 
ihrer Schwere zugleich zum Zusammenhalten der Mauer 
beitrugen. Die beiden kleinen, nach den Säulen der Hinter- 
halle zu vorspringenden Zungenmauern sind vermutlich 
eine spätere Zufügung. Die Thürschwelle bestand aus 
einer gewaltigen, fast 4 m langen und 2 m breiten 
Steinplatte, aus welcher die eigentliche Schwelle in 
einer Breite von etwas über r m und einer Höhe von 
3 cm ausgearbeitet War. Wie bei allen Thüren des 
Altertums ruhten die Thürilügel nicht vermittelst der 
Angeln in den Pfosten, sondern waren durch Zapfen 
in entsprechende Löcher oder Pfannen der Ober- und 
Unterschwelle eingelassen. Die hölzernen Zapfen waren, 
um sich nicht zu rasch abzunutzen, mit einem Schuh von 
Bronze bekleidet, vermittelst dessen sie sich in der 
Pfanne der steinernen Schwelle drehten. Thürflügel 
und Pfosten waren aus Holz. 
Von dem Thorbau gelangte man in den sehr ge- 
räumigen, von Gemächern und Säulenhallen umgebenen 
Burghof F. Von hier führte ein zweiter kleinerer, aber 
in seiner Anlage dem ersten entsprechender Thorbau in 
den Hof der Männerwohnung L. Dieser ist auf allen 
vier Seiten von Säulenhallen umgeben. Sein aus einem 
sehr festen Estrich gebildeter Fufsboden neigte sich nach
        

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