Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Textbuch zu Th. Schreibers kulturhistorischem Bilderatlas des klassischen Altertums
Person:
Bernhardi, Kurt
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1701022
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1703855
250 
Marine. 
Man fafste gern das Schiff als lebendes Wesen auf, indem 
man den vordersten Teil als Tierkopf bildete (45, I0, 12), 
die Verzierung des Heckes aber, wie hier, als Fisch- 
schwanz. Das bei Kriegsschiffen auf das Vorderteil auf- 
gemalte Auge hatte Wohl hauptsächlich die Bedeutung 
eines Unheil abwehrenden Zeichens. Am Schiffe des 
Charon finden wir es Vign. 9. 
2. Vase des Aristonophos. Kampf eines Ramm- 
schiffes mit einem Lastschiffe. Der untere Körper des 
Steuermannes auf dem Kriegsschiffe ist von einem grofsen 
Schilde verdeckt, hinter welchem drei Speere emporragen. 
Auf dem Mastkorb des Kauffahrers ein Krieger; er ist 
klein und ohne Helmkamm gebildet, um nicht über den 
oberen Rand des Bildes hinauszuragen; vgl. 24,2. Das, 
Gerüst, auf dem er zu stehen scheint, entbehrt der Brust- 
Wehr, dagegen scheint sich eine solche auf der Back zu 
erheben. Lastschiffe hatten wohl niemals bewegliche 
Masten. Kriegsschiffe aber pflegten ihren Grofsmast 
während des Kampfes niederzulegen, da derselbe die 
Beweglichkeit des Fahrzeuges hemmte und für den Fall 
eines Anrennens leicht brechen und samt der Rahe in 
das Schiff stürzen konnte. Das Sturmdeck, von Welchem 
aus die Besatzung beider Schiffe kämpft, bildete vielleicht 
mit dem Sprengwerke ein Ganzes. Die Vase gehört 
Wohl noch in das 7. Jahrhundert v. Chr. 
3. Eine Diere? Vorn ein Neptunbild als Schiffs- 
zeichen. Hinten neben dem Aplustre eine Flagge (Ad- 
miralsstandarte?) und ein zweites militärisches Zeichen 
in der Art der Manipelfahnen 42, 11. Darunter die Ka- 
pitänskajüte. Von jeder Seite der Rahe gehen mehrere 
Taue, Toppenanten, nach der Mastspitze wie 47,4. 
4-8. Fig. 8 ist das Mittelstück einer Triere, ver- 
mutlich der Rest eines Weihgeschenkes, Welches für 
einen Sieg im Wettfahren aufgestellt worden ist, vgl. 23,8.
        

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