Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Textbuch zu Th. Schreibers kulturhistorischem Bilderatlas des klassischen Altertums
Person:
Bernhardi, Kurt
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1701022
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1701522
'l'heatervvesen. 
17 
plätzen, die wir in späterer Zeit mit solchen versehen 
finden (2, 6). Die Sitzplatte diente zugleich als Standort 
für die Füfse des darüber Sitzenden. Dieser Mangel an 
Bequemlichkeit ist um so bemerkenswerter, als die antiken 
Zuschauer einen viel gröfseren Teil des Tages als wir 
Modernen im Theater zubrachten. Denn es gingen in der 
besten Zeit an jedem Theatertage vier bis fünf Dramen über 
die Bühne, bei denen allen Wohl die meisten Zuschauer 
von Anfang bis zu Ende ausharrten: ein lebhafteres Hin- 
und Herlaufen oder Aus- und Einströmen der Zuschauer 
während der Aufführung verbot sich schon durch die 
geringe Breite der Treppen, die regelmäfsig nur für je 
einen Mann Raum bot (2, 1 u.  In der ältesten Zeit 
safs man in Athen auf dem unbearbeiteten Felsen der 
Akropolis oder aber auf Holzbänken, die an geeigneten 
Stellen angebracht waren; später wurden hier wie in allen 
anderen Theatern die Sitzreihen künstlich aus Stein her- 
gestellt. Diejenigen, welche einen weicheren Sitz haben 
wollten, pflegten sich ein Polsterkissen mitzubringen. 
Man war bestrebt, den Zuschauerraum in solcher 
Ausdehnung anzulegen, dafs wenigstens die gesamte 
männliche freie Bevölkerung der Stadt auf einmal darin 
Platz finden konnte. Waren doch, wie erwähnt, in Athen 
während der Blütezeit der dramatischen Dichtung die 
Schauspiele auf nur zwei Feste des Jahres beschränkt. Wie 
hätte man da in einem demokratisch regierten Staate bei 
dem religiösen Charakter, den die Feier trug, einen Teil 
der Bevölkerung ausschliefsen können! Dazu verbreitete 
sich der Ruf der neuen Festspiele schnell über die 
Grenzen Attikas hinaus und lockte eine grofse Menge 
Fremde nach Athen, die ebenfalls ihren Platz verlangten. 
Auch als die dramatische Kunst an anderen Orten der 
hellenischen Welt eine bleibende Stätte fand, während 
sie sich gleichzeitig von ihrem engen Zusammenhange 
Bernhardi, Textbuch zu Schreibers Bilderatlas. 2 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.