Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Textbuch zu Th. Schreibers kulturhistorischem Bilderatlas des klassischen Altertums
Person:
Bernhardi, Kurt
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1701022
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1701488
'l'heaterwesen. 
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Wohnhaus eines athenischen Bürgers, sodann als dessen 
Landhaus und zuletzt wieder als sein städtisches Haus 
zu denken. 
Mehr Wert als auf die realistische Darstellung des 
Schauplatzes legte man, wie es scheint, darauf, die Ört- 
lichkeiten deutlich zu vergegenwärtigen, von denen die 
Auftretenden kamen oder nach denen die Abtretenden 
abgingen. In dieser Beziehung wurde die Phantasie des 
Zuschauers durch die herkömmliche Bedeutung gewisser 
auf der Bühne sich vollziehender Vorgänge unterstützt. 
So bezeichnete das Auftreten von der linken Seite ein Kom- 
men aus der Ferne  Während die rechte Seite die 
Heimat bedeutete. Diese Auffassung übertrug sich vom 
athenischen Dionysostheater, wo die Zuschauer thatsächlich 
die Stadt zur Rechten und das offene Land zur Linken 
hatten, auf alle übrigen Theater des Altertums. Ebenso 
hatte das Auftreten aus jeder der drei überhaupt vor- 
handenen Thüren der Hinterwand (1, 1; 2, 5), oder wo 
es deren fünf gab, aus jeder der drei mittleren seine 
besondere, altherkömmliche Bedeutung. Die mittelste 
Thür war die wichtigste; durch sie trat in den heroischen 
Trauerspielen der Fürst aus dem Palaste auf die Bühne, 
während die anderen Eingänge für sein Gefolge, seine 
Familie oder die Dienerschaft bestimmt waren. Die ver- 
schiedene Bedeutung der Thüren wurde bei dem stei- 
nernen Bühnengebäude durch die verschiedene Höhe 
derselben zum Ausdruck gebracht  2,  Soll- 
ten Vorgänge gezeigt werden, die sich im Innern eines 
Hauses oder eines sonstigen geschlossenen Gebäudes 
vollzogen, so rollte man eine kleine Bühne, das sog. 
Ekkyklema, aus einer Offnung der Hinterwand auf 
die Szene; was auf ihr vorging, inufste so angesehen 
werden, als ginge es in dem geschlossenen Raume 
vor sich.
        

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