Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Textbuch zu Th. Schreibers kulturhistorischem Bilderatlas des klassischen Altertums
Person:
Bernhardi, Kurt
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1701022
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1703296
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Spiele. 
Wagenlenker zieht kräftig die Zügel nach links, um die 
Biegung möglichst knapp zu nehmen und gleichzeitig die 
Absicht des nächstfolgenden Lenkers zu vereiteln, der 
bemüht ist, zwischen ihm und der Meta durchzufahren, 
aber freilich bei diesem Streben mit dem Wagen seines 
Nebenbuhlers in Konflikt geraten ist. Das rechte Pferd 
seines Gesparines ist infolgedessen ins Wanken gekom- 
men, und so sucht er noch im letzten Augenblicke die 
Rosse mehr nach der Spina zu drängen. Der Lenker 
des vierten Gespannes hat einen andern Weg einge- 
schlagen, um dem zweiten den Rang abzulaufen. Er 
biegt in weitem Bogen um dasselbe herum, aber er 
schiefst, indem er den Kreis zu weit nimmt, über das 
Ziel hinaus und eröffnet dadurch dem folgenden Ge- 
spanne die Aussicht, ihn auf kürzerem Wege zu über- 
holen. Deshalb sucht er seinen Fehler wieder gut zu 
machen, indem er mit der ganzen Kraft seines Körpers, 
mit Hand und Fufs sich gegen den Wagen stemmend, 
die Rosse nach links zieht. Von den hintersten Wagen- 
lenkernhat der sechste den Sieg aufgegeben; er blickt 
mitleidig nach dem letzten, zum Falle gekommenen Ge- 
spanne zurück. Aber der Parteigänger, der hinter ihm 
herreitet, ist anderer Ansicht. Er hat offenbar die Ab- 
sicht, die Rosse mit Hilfe seiner Peitsche zu gröfserem 
Eifer anzuspornen. Der siebente endlich scheint in die 
Lücke zwischen dem fünften und sechsten Gespanne ein- 
fahren zu wollen. Ganz zuletzt sehen wir noch einen 
Parteigänger zu Fufs mit hocherhobener Rechten, doch 
ist nicht klar, wem sein Zuruf gilt. Was dieser von 
dem Reliefkünstler ,viel zu grofs gebildete Mann in der 
Linken hält, kann schwerlich etwas anderes sein als das 
übliche Wassergefäfs. In der Mitte der Spina sehen wir 
den sehr klein geratenen Obelisken. Neben ihm die 
Kybele auf einem Löwen sitzend. Die Göttin stützt die
        

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