Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Textbuch zu Th. Schreibers kulturhistorischem Bilderatlas des klassischen Altertums
Person:
Bernhardi, Kurt
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1701022
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1701465
Theaterwesez 
II 
die Steinwand 
bedeckte. 
durch 
eine 
gemalte 
Dekoration 
teilweise 
Alle die Vorrichtungen, welche den Zweck hatten, 
dem Zuschauer den Schauplatz der Handlungzu ver- 
gegenwärtigen, waren im Gegensatze zum modernen Büh- 
nenluxug von grofser Einfachheit. Es war keineswegs ihre 
Bestimmung, eine getreue und ausführliche Nachbildung 
der Wirklichkeit zu geben. Eine reichere Entfaltung der 
Szenerie wurde schon durch den Umstand erschwert, 
dafs die Aufführungen ausschließlich in die T agesstunden 
fielen, und da in die weiten ungedeckten Räume das 
Tageslicht mit voller Kraft eindrang, die Verwendung 
einer künstlichen Beleuchtung zur Unterstützung der 
Illusion unmöglich war. Auch würde eine reich ausge- 
stattete Bühne in einem schroffen Widerstreite zur Or- 
chestra gestanden haben, welche durch keine Dekoration 
in das Bild einer solchen Szenerie hineingezogen werden 
konnte und doch ebensogut wie die Bühne zum Schau- 
platze der Handlung gehörte. Wie wenig die Griechen 
in der That auf eine glänzende Ausstattung bedacht 
waren, beweist die geringe Tiefe ihrer Bühne. In unseren 
Theatern pflegt man eben zu dem Zwecke einer reicheren 
Entfaltung der Szenerie den Bühnenraum mehr tief als 
breit zu gestalten. Umgekehrt bei den Griechen. Nach 
der Vorschrift des römischen Architekten Vitruv, mit 
dessen Angaben die erhaltenen Baureste zum Teil über- 
einstimmen, betrug die Tiefe der griechischen Bühne zu 
seiner Zeit nur den zwölften Teil ihrer Länge. Wir 
dürfen ein annähernd ähnliches Verhältnis bei den höl- 
zernen Bühnen der früheren Zeit voraussetzen. Es ent- 
sprach durchaus dem künstlerischen Geschmacke der 
besten Zeit, dal's die menschlichen Gestalten sich ge- 
wissermafsen reliefartig von einem Hintergründe abheben, 
der möglichst schlicht gehalten war und durch keine
        

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