Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Textbuch zu Th. Schreibers kulturhistorischem Bilderatlas des klassischen Altertums
Person:
Bernhardi, Kurt
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1701022
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1702930
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Spiele. 
teren Zeit prachtvolle tempelartige Bauten als Träger der- 
selben (25,4; 26,2). Sehr fraglich ist es, 0b auch den 
Siegern bei dramatischen AuHührungen als Preis ein 
Dreifufs gegeben wurde, wie man bisher allgemein an- 
nahm. Wenngleich das Drama sich aus den Chorge- 
sängen herausgebildet hat, so War doch der Charakter 
des Wettkampfes auf diesem Gebiete insofern ein anderer, 
als hier nicht die einzelnen Volksteile, die Phylen, unter- 
einander rangen, sondern der Sieg den Dichtern und den 
Choregen zuerkannt wurde. Der Chor kam hier nur in 
zweiter Linie und die Phyle gar nicht in Betracht. 
Auch das Hauptfest der Stadtgöttin wurde in Athen 
durch Wettkämpfe verherrlicht, Eine aus dem Anfange 
des 4. Jahrhunderts v. Chr. stammende, leider nur lücken- 
haft erhaltene Inschrift giebt uns durch Aufzählung der 
bei den Festen verliehenen Preise ein lehrreiches Bild 
von der Wertschätzung der einzelnen Leistungen. Da- 
nach waren im musischen Wettkampfe für die Virtuosen 
des Kitharagesanges nicht weniger als fünf Preise aus- 
gesetzt, für die Sänger zur Flöte und die Kitharaspieler 
drei. Der erste Kitharasänger erhielt einen goldenen 
Kranz im Werte von tausend Drachmen nebst einer 
Summe von fünfhundert Drachmen; der erste Sänger zur 
Flöte einen Preis im Werte von dreihundert, der erste 
Kitharaspieler einen solchen im Werte von fünfhundert 
Drachmen. Die siegreichen Chöre der Waffentänzer er- 
hielten einen Opferstier im Preise von hundert Drachmen 
bewilligt; der erste Fackelläufer der siegreichen Abteilung 
einen Wasserkrug im Werte von dreifsig Drachmen. Die 
meisten Leistungen der gymnischen und hippischen Wett- 
kämpfe aber Wurden mit Krügen heiligen Öles von 
den der Athena geweihten Ölbäurnen belohnt. Diese 
sorgfältig gepflegten Bäurne, die teils auf öffentlichen, 
teils auf privaten Grundstücken standen, Waren, wie man
        

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