Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Textbuch zu Th. Schreibers kulturhistorischem Bilderatlas des klassischen Altertums
Person:
Bernhardi, Kurt
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1701022
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1702884
Spiele. 
153 
dern ganze Parteien gegeneinander. Sie stellten ihre 
Leute auf einem zu durchlaufenden Wege in gewissen 
Abschnitten auf. Der vorderste Mann jeder Partei zündete 
die Fackel an dem Altare der Akademie an und trug sie 
Zum nächsten Manne seiner Partei, dieser ebenso weiter 
bis zum letzten. Die Schnelligkeit allein war nicht ent- 
Scheidend; die Läufer mufsten auch grofse Geschicklich- 
keit im Halten der Fackel bei der Übernahme derselben 
und Während des Laufes entfalten, damit das Feuer 
nicht verlöschte. Das Wettspiel bot so viel Interesse, 
dafs man es nicht nur beibehielt, als die ursprüng- 
liche gottesdienstliche Bedeutung längst vergessen war, 
Sondern auch auf andere Orte und andere Feste über- 
trug, ja es sogar, um den Reiz zu erhöhen, zu Rosse ver- 
suchte (22, 4). 
Ferner konnte es nicht fehlen, dafs man diese oder 
jene Übung unmittelbar für die Zwecke des Krieges nutz- 
bar zu machen suchte. Der Speerwurf war an sich eine 
kriegerische Übung. Die Übung des Wettlaufes konnte 
bei dem Grundsatze der Griechen, gegen den Feind in 
schnellem Laufschritt vorzurücken (22, 5), für den Krieg 
verwendet werden, wenn man sich gewöhnte, sie nicht 
nur unbekleidet, sondern auch mit den Waffen in der 
Hand anzustellen. So finden wir bei manchen Festen 
einen Waffenlauf im Gebrauche, bei Welchem die Läufer 
Schild und Helm trugen  Die Gewandtheit in 
der Handhabung der Waffen erprobte die sogenannte 
Pyrrhiche, eine Art Kriegstanz, bei welchem zwei 
Reihen mit Helm, Schild und Schwert gerüsteter Tänzer 
nach dem Spiele der Flöte sich aufeinander zu bewegten 
und durch die Wendungen des Körpers und die Schwing- 
urigen der Arme Angriff und Verteidigung nachahrnten 
 Auf etruskischen Darstellungen erscheinen diese 
Kämpfer in voller Rüstung (24, I1).
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.