Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Textbuch zu Th. Schreibers kulturhistorischem Bilderatlas des klassischen Altertums
Person:
Bernhardi, Kurt
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1701022
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1701437
'l'heaterwesen. 
spruchten und man sich aus religiösen Gründen scheute, 
sie von dem alten geheiligten Platze vor dem Tempel- 
hause des Dionysos nach einer anderen Stelle zu verlegen. 
Die dithyrambischen Chöre waren, wie wir gesehen 
haben, älter als die dramatischen Aufführungen, sie hat- 
ten demnach vom Standpunkte des Kultes aus ein höheres 
Recht auf Berücksichtigung als die letzteren. Um bei- 
den Vorführungen gerecht zu werden, unterzog man sich 
also für jedes theatralische Festspiel der Mühe, das Ge- 
rüst von neuem aufzustellen und rifs es am Schlusse 
desselben wieder nieder, damit die Verengung des 
Orchestraraumes nicht der Entfaltung der dithyrambischen 
Chöre hinderlich wäre. Auch lag in der That für die 
Errichtung eines kostbaren Steinbaues in der Blütezeit 
des Dramas kein dringendes Bedürfnis vor, da fast wäh- 
rend der ganzen ersten Hälfte des fünften Jahrhunderts 
nur an einem, sodann, wie wir bereits gesehen haben, 
an zwei Festen im Jahre diese Bühne Verwendung gefun- 
den hätte und zwar beide Male nur für Wenige, höchstens 
für drei oder vier Theatertage. Für so vorübergehenden 
Gebrauch der Bühne empfahl sich kein verwickelter Kunst- 
bau, und so hielt man denn noch eine Zeitlang an der ur- 
sprünglichen Einrichtung fest. Die nächste Vervollkomm- 
nung des Gerüstes mufste in der Hinzutügung einerHinter- 
wand bestehen, die geeignet war eine Szenendekoration 
aufzunehmen und zugleich den Ankleideraum der Schau- 
spieler den Blicken des Publikums zu entziehen. Diese 
Neuerung ist dem Auftreten des Sophokles zu danken, 
von Welchem die Alten ausdrücklich berichten, dafs er 
die Kunst der Szenenmalerei eingeführt habe. Bis zu 
dieser Änderung der Anlage war das Gerüst von allen 
Seiten sichtbar geblieben, und es ist nicht unmöglich, 
dafs es bei Aufführung der ersten äschyleischen Tra- 
gödien auch noch in der Mitte des Tanzplatzes gestanden
        

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