Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Textbuch zu Th. Schreibers kulturhistorischem Bilderatlas des klassischen Altertums
Person:
Bernhardi, Kurt
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1701022
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1701426
Theaterwesen. 
Um die Gesänge der Chöre vernehmbarer und ihre Tanz- 
bewegungen elastischer zu machen, als es auf dem nackten 
Stein- oder Sandboden der Orchestra möglich gewesen 
Wäre, errichtete man, wie einige Gelehrte annehmen, ein 
hölzernes Podium als Standort der Sänger. Die hier- 
durch erreichte gröfsere Annäherung des Chores an die 
in späterer Zeit nicht weniger als 1o-12 Fufs über dem 
Boden der Orchestra sich erhebende Bühne Würde zu- 
gleich die Wechselreden zwischen Choreuten und Schau- 
spielern erleichtert haben. Da der Chor zuweilen sogar 
thätig in die Handlung des Stückes eingreift, war es 
ferner nötig, seinen Standort durch Treppen mit der 
Bühne zu verbinden (vgl. 1,1; 5,13). Man benutzte 
bald bewegliche hölzerne, die für den einzelnen Fall 
an die vordere Szenenwand angelegt wurden, bald fest- 
stehende steinerne. Seinen Ein- und Auszug hielt 
der Chor durch die zu beiden Seiten vor der Bühne 
zwischen dieser und dem Zuschauerraume befindlichen 
Zugänge zur Orchestra, die sogenannten Parodoi (1, I, 2; 
2, I, 2). 
Die bauliche Entwickelung des zweiten Hauptteils 
des antiken Theaters, der Bühne, ist gerade in der 
Mutterstadt des griechischen Dramas, in Athen, aufser- 
ordentlich langsam vor sich gegangen. Während der 
ganzen Blütezeit der griechischen Tragödie, ja noch 
mehrere Jahrzehnte nach dem Tode des letzten der drei 
grofsen Tragiker, des Euripides, hat es in dieser Stadt 
ein feststehendes Bühnengerüst nicht gegeben. Es wurde 
vielmehr Während dieses Zeitraumes für jedes mit Theater- 
spielen verbundene Fest ein neuer hölzerner Bühnenbau 
errichtet. Die Ursache dieser auHallenden Erscheinung 
ist vielleicht darin zu suchen, dafs die neben den dra- 
matischen Aufführungen fortbestehenden dithyrambischen 
Chöre für sich das ganze Rund der Orchestra bean-
        

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