Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Textbuch zu Th. Schreibers kulturhistorischem Bilderatlas des klassischen Altertums
Person:
Bernhardi, Kurt
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1701022
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1702749
XIX. 
Tafel 
139 
ß. Anclabris ist der Name des römischen Tisches 
für Opfergeräte, der Wohl zu unterscheiden ist von dem 
für Opfergaben bestimmten Tische. Auf unserem Bilde 
eine Opferkanne, eine Schale mit Untersatz und ein 
Opfermesser. 
7. 3. 9. Die Verehrung des Genius des Augustus 
wurde in Rom im Jahre 7 v. Chr., in Pompeji vermut- 
lich um dieselbe Zeit eingeführt. Die vordere Altarseite 
Fig. 9 zeigt den Priester, wie er, umgeben von Liktoren, 
einem Flötenspieler und Dienern, dem Genius des Au- 
gustus ein Opfer bringt. Das Opfertier, Welches dem 
Augustus dargebracht wurde, War regelmäfsig wie auf 
unserm Bilde ein Stier. Es wird vom Opferschlächter 
herangeführt. Im Hintergründe ist der bekränzte und 
mit einem Vorhange geschmückte Tempel sichtbar. 
Fig. 7 zeigt Opfergeräte: eine Opferschale (Culullus  
zum Spenden oder Auffangen des Blutes, eine Schöpf- 
kelle (Simpulum) zum Schöpfen des Opferweines und eine 
Weinkanne (Praefericulum?) Fig. 8 zeigt ein Ricinium, 
ein Weihrauchkästchen (Acerra) und einen Krummstab 
(Lituus) für Auguren, vgl. Fig. 14. 
I0. ll. I2. Es war uralter römischer" Brauch, dafs 
die Jungfrauen, wenn sie in den Ehestand eintraten, ihr 
Haar in sechs Haarfiechten banden und das Haupt durch 
einen Schleier verhüllten. Die Vestalinnen sind ge- 
wissermafsen die Jungfrauen am Herde des Staates. 
Darum tragen sie wie die Bräute. die Haarfiechten und 
den Schleier. Nur bestanden die ersteren bei ihnen 
nicht aus natürlichem Haare, sondern aus Strähnen von 
Stoff, die quer über den Kopf gelegt wurden. Der 
Schleier bildet bei Fig. II ein besonderes Stück. Bei 
Fig. 12 ist einfach das Obergewand über den Kopf ge- 
zogen. Standbilder wurden nur den Obervestalinnen 
errichtet. Diese waren die ältesten der jedesmal im Amt
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.