Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Textbuch zu Th. Schreibers kulturhistorischem Bilderatlas des klassischen Altertums
Person:
Bernhardi, Kurt
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1701022
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1702593
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Kultus. 
Jahre 119 V. Chr. aufgestellt haben. Die Darstellung 
zeigt oben ein Opfer, unten das damit verbundene Fest- 
mahl. Die Priesterin Stratonike steht links in anbeten- 
der Stellung, während ein Mädchen  das Opferlamm 
zum Altare bringt und ein Flötenspieler die Opfermusik 
ertönen läfst. Die Handlung tindet, wie der Baum zeigt, 
im heiligen Haine der Gottheiten statt. Rechts stehen 
diese selbst in übermenschlicher Gröfse: Apollo als 
Musengott durch Kithara und die lange Gewandung, die 
Göttermutter Kybele, abgesehen von der Schale durch 
den Modius auf dem Kopfe, das Tympanon und den 
Löwen zu ihren Füfsen gekennzeichnet. Nach einer 
eigentümlichen auf Bildwerken nicht selten begegnenden 
Auffassung nahmen die Gottheiten selbst durch Spenden 
an dem ihnen dargebrachten Opfer teil. Vielleicht sollen 
sie auf diese Weise als das Opfer empfangend und ge- 
niefsend vorgestellt werden, insofern sie wie der Mensch 
den Genufs der Mahlzeit mit einer Spende beginnen. 
Unten das Festmahl. Zehn Schmausende, zwei Musiker  
der eine mit der gewöhnlichen Doppel-, der ande1'e mit 
der Querilöte  und drei Diener. Der mittlere schöpft 
mit einer Kanne Wein aus dem Mischkruge, der dritte 
rührt Speise in einem Kessel um  dessen Deckel er 
aufgehoben hat. Rechts noch ein Kessel und an der 
Wand Bratspiefse mit Fleischstücken  Inschrift: "Die 
Kultteilnehmer und -teilnehmerinnen haben die Strato- 
nike, die Tochter des Menekrates, bekränzt u. s. w." 
2. Der von Eumenes 11., König von Pergamos 
(197-159 v. Chr.), dem Retter Zeus (Zeus Soter) er- 
richtete grofse Altarbau. Der eigentliche Brandaltar in 
der Mitte des Baues war wie der Zeusaltar zu Olympia 
12,1 aus der Asche verbrannter Opferstücke errichtet. 
Der Kult des Gottes War ein bi1d- und tempelloser, in- 
sofern die Stätte dieses hochangesehenen Dienstes nur
        

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