Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Textbuch zu Th. Schreibers kulturhistorischem Bilderatlas des klassischen Altertums
Person:
Bernhardi, Kurt
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1701022
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1702530
118 
Kultus. 
schränkung es vorzog, die rechte so Weit fortzuführen, 
als es eben augenblicklich möglich War, Während er die 
linke nach dem ursprünglichen Plane ausbaute. Auch der 
Vorbau, der den Hallen auf der inneren Seite der Pro- 
pyläen entsprechen sollte, kam nicht zur Ausführung, 
sei es, dafs auch hier priesterliche Einsprache hindernd 
in den Weg trat oder dafs die Not des peloponnesischen 
Krieges das Unternehmen lahm legte.  Der Parthenon, 
der berühmteste Tempel des Altertums, wurde unter 
Leitung der Baumeister lktinos und Kallikrates zum Er- 
satze für den älteren von Peisistratos erbauten, aber von 
den Persern zerstörten Athenatempel errichtet. Der 
letztere hatte mehr nach Norden zu gestanden, so dafs 
ein Teil des späteren Erechtheions auf seinen Trümmern 
zu stehen kam. Der Neubau des Parthenon erhebt sich, 
wie die meisten griechischen Tempel, auf drei Stufen. 
Er hat auf den Giebelseiten je acht, auf den Langseiten je 
siebzehn Säulen, die Räume zwischen den Triglyphen, die 
Metopen, waren mit Reliefdarstellungen geschmückt, deren 
Vorwurf die Kämpfe der Athener mit den Amazonen, die 
der Griechen mit den Troern, der Lapithen mit den 
Centauren und endlich der Götter mit den Giganten 
bildeten. Am oberen Rande der äufseren Cellamauer 
lief der berühmte Fries mit der Darstellung des Panathe- 
näenfestzuges hin (vgl. Fig. I, 2, 4, 5; Taf. 14, 9). Der 
dem Beschauer unseres Bildes zugekehrte westliche Giebel 
trug die Darstellung des Streites zwischen Poseidon und 
Athena um denIBesitZ des attischen Landes, der östliche 
über dem Haupteingange befindliche die Darstellung der 
Geburt der Athene. In der Cella des Tempels befand 
sich das von Phidias Hand geschaffene Goldelfenbeinbild 
der Göttin. Ein Raum hinter der Cella, der den Namen 
Parthenon im engeren Sinne führte, diente als Schatz- 
kammer des athenischen Seebundes, seitdem das Ver-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.